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Experten untersuchen bayerische Transplantationszentren

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08.10.2012

Experten untersuchen bayerische Transplantationszentren Foto: dapd/Lennart Preiss
Experten untersuchen bayerische Transplantationszentren

Foto: dapd/Lennart Preiss

München – Wegen des Organspendeskandals müssen sich die sieben bayerischen Transplantationszentren von Ende Oktober an einer Sonderuntersuchung unterziehen. Die zuständige Expertenkommission werde erstmals am 26. Oktober tagen, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch am Montag dem Bayerischen Rundfunk (BR). Er fügte an: "Ich glaube, das läuft dann auch gut im Sinne der Patienten."

Am Uniklinikum Regensburg und am Klinikum rechts der Isar in München sollen Mediziner in der Vergangenheit Diagnosedaten gefälscht haben, um Patienten zu einer Organtransplantation zu verhelfen. Dem Minister zufolge gibt es im Augenblick keine neuen Verdachtsfälle: "Wir haben alle Zentren abgefragt, derzeit - ich möchte ausdrücklich sagen - derzeit sind keine neuen Erkenntnisse bekannt."

Nachdem die Skandale bekannt geworden waren, hatte Heubisch von allen bayerischen Transplantationszentren einen ausführlichen Bericht gefordert. Als Frist hatte der Minister den 15. Oktober gesetzt. Eine Woche vor Ablauf dieser Frist haben noch nicht alle Zentren einen vollständigen Bericht vorgelegt, wie eine Ministeriumssprecherin am Montag auf dapd-Anfrage sagte.

Der Leiter der von Heubisch bestellten Expertenkommission, der österreichische Chirurg Ferdinand Mühlbacher, brachte schon vor Beginn der Sonderuntersuchung eine Schließung einzelner Transplantationszentren in Bayern ins Gespräch. Dem Magazin "Focus" hatte Mühlbacher gesagt, es sei fraglich, warum "eine Stadt wie München" zwei Transplantationszentren benötige.

Grüne fordern Aufklärung

Die Ministeriumssprecherin wollte Mühlbachers Vorstoß am Montag nicht kommentieren. Die Landesärztekammer indes plädiert dafür, eine Reduzierung der Zahl der Transplantationszentren in Deutschland und in Bayern zu prüfen. Möglich sei etwa, dass es im Freistaat künftig nur noch fünf statt sieben geben werde, sagte Kammerpräsident Max Kaplan. Dadurch könne die Kontrolle des Transplantationssystems effizienter gestaltet werden.

Kaplan kündigte an, dass die Kammer Verfehlungen von Ärzten konsequent ahnden werde. Bei schwerwiegenden Vergehen drohe der Entzug der Approbation.

Die Grünen im Landtag forderten umfassende Aufklärung: Die gesundheitspolitische Sprecherin Theresa Schopper sagte: "Immer wenn man genauer hinschaut, tun sich neue Missstände auf, die das Vertrauen in die Organspende weiter untergraben." Deswegen müsse nun alles vorbehaltlos auf den Tisch.

dapd

 

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