Foto: dapd/Jens Schlueter
Bonn – Vom Narr bis zum Schamanen: Exzentriker und Außenseiter rückt eine völkerkundlich angelegte Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle in den Blickpunkt. Unter dem Titel "Narren, Künstler, Heilige - Lob der Torheit" gibt die Schau ab Freitag (31. August) einen Überblick über universale Grenzgänger, die einerseits am Rande stehen, andererseits aber auch als besonders und herausgehoben wahrgenommen werden.
Zu sehen sind 250 Exponate, darunter zeremonielle Masken, altertümliche Gewänder und magische Werkzeuge, wie die Bundeskunsthalle am Donnerstag mitteilte. Die dargestellte Zeitspanne reicht von altägyptischen Zeugnissen von vor 3.000 Jahren bis zur Gegenwartskunst. Die Themen umfassen Chaos, Exzesse, Mystisches und Übermenschliches. Mehrere Filme dokumentieren, wie Schamanen in fernen Ländern Rituale vollziehen.
Manche Masken wirken beängstigend, so verzerrt sind die Gesichter. Augen glupschen heraus, die Zähne hängen krumm und schief. Kostüme bestehen aus Tierhaaren oder wiegen bis zu 50 Kilogramm. Auch Statuen sind zu sehen, die Zauberer, Künstler oder Heilige für ihren Kult verwenden.
Zugleich wird ein Bezug zur Gegenwartskunst hergestellt. Der US-amerikanische Graffitikünstler Jean-Michel Basquiat hat seinen Eindruck von Exu, einem der mächtigsten Götter der Voodoo-Religion, auf Leinwand gebracht. Auch Joseph Beuys und Emil Nolde haben sich mit den "Meistern der Unordnung", wie sie genannt werden, befasst.
Zuletzt macht die Ausstellung noch einen Schlenker in die Region. Der rheinische Karneval steht für das deutsche Paradebeispiel für Exzentriker, Narren und außergewöhnliche Kostüme. Kurator der Ausstellung ist der Franzose Jean de Loisy, der die Schau schon in Paris gezeigt und für Bonn leicht abgeändert hat.
dapd
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Wallraf-Richartz-Museum feiert Erfolg mit Mission-Moderne-Schau
(30.12.2012)
Die zauberhafte Kraft der "Nagel-Fetische"
(06.12.2012)
Das Schaffen eines Alles-Könners
(04.12.2012)
Kunstsammlungen Dresden erwerben prunkvollen Becher
(04.12.2012)
David Hockney, der mit dem iPad malt
(25.10.2012)
Das Spiel des Lebens von der Geburt bis zum Tod
(21.09.2012)
Überblicksschau zu Ernst Wilhelm Nay in Bonn
(18.09.2012)