Konjunktur – EZB lässt Zinsen unverändert – DAPD
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EZB lässt Zinsen unverändert

DAPD

06.12.2007

Der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet verkündet in Frankfurt am Main, dass die EZB den Leitzins unverändert laesst. (AP Photo/Michael Probst)
Der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet verkündet in Frankfurt am Main, dass die EZB den Leitzins unverändert laesst. (AP Photo/Michael Probst)

Frankfurt/Main – Keine Überraschung für die Finanzmärkte am Nikolaustag: Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen im Euro-Raum wie erwartet nicht verändert. Der entscheidende Leitzins liegt damit weiter bei 4,0 Prozent, wie die EZB am Donnerstag nach der letzten turnusmäßigen Zinssitzung dieses Jahres in Frankfurt am Main mitteilte.

Im Dilemma zwischen den Risiken für die Konjunktur und Inflationsgefahren verfolgten die Währungshüter weiter ihre „Politik der ruhigen Hand“, erläuterten die Analysten der Nord-LB.

So wies EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bei der Erläuterung der Rats-Beschlüsse auf die im November deutlich auf 3 Prozent gestiegene Inflation hin. Er betonte, dass die Währungshüter die Entwicklung sehr genau verfolgen würden, verwendete aber nicht den Begriff „Wachsamkeit“, mit dem er auf eine baldige Zinserhöhung vorzubreiten pflegt.

Die Konjunkturaussichten beurteilte Trichet trotz des hohen Ölpreises und der Dollarschwäche für dieses Jahr zwar zuversichtlich. Die Währungshüter erwarten, dass das Wachstum im Euro-Raum mit 2,4 bis 2,8 Prozent etwas stärker ausfällt als zunächst gedacht. Sorgen bereiten der EZB allerdings die nicht absehbaren Folgen der Finanzmarktkrise. Für das kommende Jahr korrigierte die EZB ihre Erwartungen an das Wirtschaftswachstum auf 1,5 bis 2,5 Prozent nach unten.

Commerzbank-Analyst Christoph Weil erklärte, ohne die Finanzmarktkrise hätte die EZB die Zinsen wahrscheinlich erhöht. Die Erwartungen der Zentralbanker für 2009 mit einer Inflation von 1,2 bis 2,4 Prozent, was im Mittel 1,8 Prozent bedeute, spreche für eine Zinssenkung zum Jahresende 2008. Die EZB-Experten der Nord-LB erklärten, eine eindeutige Richtung für die kommenden Monate lasse sich aus den Äußerungen Trichets nicht ablesen. Die EZB lasse sich weiterhin alle Möglichkeiten offen.

Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten hatten die Währungshüter bereits auf eine im September erwartete Zinserhöhung verzichtet und auch in den folgenden Monaten die geldpolitischen Zügel nicht weiter angezogen.

Die britische Notenbank senkte unterdessen den Leitzins von 5,75 Prozent auf 5,5 Prozent. Auch dieser Beschluss war erwartet worden, nachdem der seit Jahren boomende britische Immobilienmarkt erste Anzeichen von Schwäche zeigt. (AP)

 

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