Konjunktur – EZB senkt Zinsen zum sechsten Mal – DAPD
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1,25 Prozent aktuell EZB senkt Zinsen zum sechsten Mal

DAPD

02.04.2009

Frankfurt/Main – Mit einem historisch niedrigen Leitzins kämpft die Europäische Zentralbank weiter gegen die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Die Währungshüter senkten bei ihrem turnusmäßigen Treffen am Donnerstag den Leitzins im Euro-Raum um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet schloss eine weitere Lockerung der geldpolitischen Zügel nicht aus. Die Rate sei noch nicht die niedrigste, sagte er. Die Volksbanken kritisierten den aktuellen Zinsschritt als zu vorsichtig. Sie hatten einen Rückgang von 0,5 Prozentpunkte erwartet.

Ein düsteres Bild zeichnete der EZB-Präsident von der Konjunktur. Die wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum habe sich angesichts von Finanzmarktkrise deutlich abgeschwächt und sei auch in den ersten Monaten 2009 sehr schwach ausgefallen. Die EZB rechnet damit, dass die Konjunkturschwäche in diesem Jahr anhält. 2010 erwarten die Währungshüter dann eine graduelle Verbesserung. Dank des deutliche Rückgang der Rohstoffkosten erhöhe sich das verfügbare Einkommen der Verbraucher. Zudem dürften die Konjunkturpakete in zahlreichen Ländern die Nachfrage weltweit stützen, erläuterte Trichet.

Letzte Zinssenkung Anfang Februar

Zum letzten Mal hatte die EZB den Leitzins vor einem Monat auf den bisherigen Rekordtiefstand von 1,5 Prozent herabgesetzt. Seit der Verschärfung der Finanz- und Konjunkturkrise im September 2008 durch die Pleite der US-Bank Lehman Brothers haben die europäischen Währungshüter damit die Zinzzügel sechs Mal gelockert. Einer Nullzinspolitik wie sie mit Spannbreite von null bis 0,25 Prozent praktisch in den USA herrscht steht die EZB aber skeptisch gegenüber.

Die Verringerung des Leitzinses von 1,5 auf 1,25 Prozent gehe zwar in die richtige Richtung, reiche aber nicht aus, kritisierte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Der heftige konjunkturelle Abschwung und der geringe Preisauftrieb hätten einen größeren Zinsschritt von 50 Basispunkten gerechtfertigt. Der BVR rechnet nun mit einem weiteren kleinen Zinsschritt im Frühjahr.

Mit unkonventionellen Maßnahmen, wie beispielsweise dem Kauf von Unternehmensanleihen, könne die Finanzierung weiter erleichtert werden, erklärte der BVR. Sie sollten aber nur im Fall einer weiteren spürbaren Verschlechterung der konjunkturellen Perspektiven zum Einsatz kommen. (AP)

 

 

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