Verbraucherschutz - Aktuelle Nachrichten – Facebook für "Gefällt mir"-Funktion unter Beschuss – Daniel Bouhs
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Verbraucherschutz

Datenschutz Facebook für "Gefällt mir"-Funktion unter Beschuss

Daniel Bouhs

24.08.2011

Facebook steht wieder im Fokus der Kritik von Datenschützern. Die "Gefällt mir"-Funktion, mit der Nutzer dort per Mausklick positive Rückmeldungen geben können, verstoße gegen Datenschutzgesetze, so das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz. Foto: Gerit Borth/dapd
Facebook steht wieder im Fokus der Kritik von Datenschützern. Die "Gefällt mir"-Funktion, mit der Nutzer dort per Mausklick positive Rückmeldungen geben können, verstoße gegen Datenschutzgesetze, so das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz.

Foto: Gerit Borth/dapd

Berlin – Die Kritik an Facebooks Datenspuren im Internet nimmt weiter zu. Am Mittwoch schlossen sich mehrere Datenschützer der Empfehlung ihres Kollegen aus Schleswig-Holstein an, die "Gefällt mir"-Funktionen des sozialen Netzwerks nicht in eigene Internetseiten zu integrieren. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sagte in Berlin der Nachrichtenagentur dapd, er habe seine Ministerien und Behörden auf Bundesebene schon "vor einiger Zeit" davon abgeraten, sogenannte 'Like'-Buttons von Facebook auf ihren Internetseiten zu verwenden.

"Schon der Aufruf einer entsprechenden Seite führt zur Übertragung bestimmter Daten, darunter der IP-Adresse des Nutzers, an Facebook", sagte Schaar. Klicke jemand den 'Like'-Button an, dann werde die Information zur angesurften Seite mit seinem Profil bei Facebook verknüpft. "Facebook weiß damit noch mehr über uns und kann diese Daten theoretisch auch an Dritte weitergeben." Solche Profile seien daher nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Betroffenen gestattet.

Jeder vierte Deutsche ist bei Facebook

Schaar schloss sich damit der Kritik aus Schleswig-Holstein an. Der dortige Landesbeauftragte für den Datenschutz hatte vergangene Woche eindringlich vor Verknüpfungen zu Facebook gewarnt, das nach Angaben des Unternehmens in Deutschland 20 Millionen Menschen nutzen, jeder Vierte. Weltweit tauschen sich dort etwa 750 Millionen Menschen aus.

Am Mittwoch kritisierte auch der niedersächsische Landesbeauftragte für den Datenschutz, Joachim Wahlbrink, die Funktion: "Wir appellieren an Kommunen und Firmen, solche Buttons von ihren Seiten zu entfernen." Rechtmäßig seien die Schaltflächen nur, wenn Nutzer vor dem Öffnen der Seiten der Weitergabe ihrer Daten einwilligten.

Keine Bußgelder für Blogger und Kleinunternehmer

Schaar sagte, er halte wenig davon, künftig Bußgelder gegen Blogger oder Kleinunternehmen zu verhängen, die auf 'Like'-Buttons setzten: "Wir wollen vielmehr Facebook dazu bringen, seine Mechanismen so zu überarbeiten, dass sie unsere datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllen." Bei Googles Dienst "Analytics", der wie Facebooks Buttons die Reichweite von Veröffentlichungen messe, sei das schon gelungen.

"Deshalb begrüße ich es auch, dass sich jetzt Landesdatenschützer zu den 'Like'-Buttons äußern." Das Problem werde zudem auf europäischer Ebene diskutiert, um "kurzfristig" eine einheitliche Position der Datenschutzbehörden zu erreichen. Damit werde der Druck erhöht.

Facebook führt neue Funktionen ein

Facebook passte wiederum bereits am Dienstagabend einige Funktionen an, mit denen Nutzer bestimmen können, wer welche Informationen oder Fotos von ihnen zu sehen bekommt. In den kommenden Tagen sollen nach und nach alle die Möglichkeit erhalten, einfacher als bisher zu entscheiden, welche Freunde welche Nachrichten zu sehen bekommen.

Die Plattform führt dafür neue Funktionen ein, die stark an das konkurrierende und noch relativ neue Angebot "Google Plus" erinnern und so bei Facebook bisher nur in abgespeckter Form zu finden waren: Nutzer können Kontakte in Gruppen aufteilen und beim Veröffentlichen von Neuigkeiten auswählen, welche Gruppen diese zu sehen bekommen, ob ihre Freunde, ihre Kollegen oder alle Besucher ihres Profils.

(dapd)

 

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