Nachrichten China – Familie protestiert für Freilassung von chinesischem Dissidenten – DAPD
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Studentenproteste 1989 Familie protestiert für Freilassung von chinesischem Dissidenten

DAPD

12.10.2009

(AP Photo/Vincent Yu)
(AP Photo/Vincent Yu)

Hongkong – Familie und Anwälte eines in China inhaftierten Dissidenten der Demokratiebewegung von 1989 haben am Montag in Hongkong die Freilassung des Aktivisten gefordert. Der im US-Exil lebende Zhou Yongjun war im September vergangenen Jahres bei der Einreise in Hongkong festgenommen und an die chinesischen Behörden überstellt worden. Seither ist er in einem Gefangenenlager in der südwestlichen Provinz Sichuan inhaftiert, wo er nach Auskunft seiner Anwälte gefoltert wurde.

„Ich bin mit unserem kleinen Mädchen hier, um nach Papa zu suchen“, sagte die Freundin des Dissidenten, Zhang Yuewei, die eine gemeinsame Tochter mit dem inzwischen 42-Jährigen hat. Zhang hielt bei der Protestaktion vor dem Sitz der Regierung in Hongkong ein Foto ihres Lebensgefährten hoch. Sie forderte eine Erklärung, wieso Zhou an die chinesischen Behörden ausgeliefert wurde. „Zhou wurde ohne Rechtsgrundlage nach China ausgeliefert“, sagte einer seiner Anwälte, Jim Li. Hongkong trage damit Verantwortung für den Fall und müsse sich für Zhous Freilassung einsetzen.

Die Regierung von Hongkong wollte zu dem Fall nicht Stellung nehmen. Allgemein würden Reisende mit unzureichenden Papieren „zurück an den Ausgangsort der Reise oder ihren Herkunftsort überstellt“, erklärte die Regierung lediglich. Zhou wollte über Hongkong nach China reisen, wo er seine Familie besuchen wollte.

Er hatte nach der blutigen Niederschlagung der Studentenproteste auf dem Tiananmen-Platz am 4. Juni 1989 zwei Jahre im Gefängnis gesessen. Zhou wurde einer der bekanntesten Aktivisten, als er bei den Protesten auf den Stufen vor der Großen Halle des Volkes kniete und die kommunistische Regierung öffentlich zu Reformen aufforderte. Der Bürgerrechtler war bereits Ende der 90er Jahre bei der Einreise nach China festgenommen worden und hatte mehr als zwei Jahre in einem Arbeitslager verbracht. Danach konnte er wieder in seine Wahlheimat USA ausreisen. (AP)

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