Berlin – Die Bundesregierung hat die Mittel für das Elterngeld in diesem Jahr offenbar zu knapp kalkuliert. Wie das Finanzministerium am Freitag bestätigte, beantragte das Familienressort einen Nachschlag von insgesamt 200 Millionen Euro. Darin enthalten sind auch zusätzliche 70 Millionen Euro für das Erziehungsgeld.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium, Karl Diller leitete die Bitte weiter an den Haushaltsausschuss des Bundestages. Der Ausschuss wird in der kommenden Woche darüber entscheiden.
Für das erst 2007 eingeführte Elterngeld fehlten Erfahrungswerte, schrieb er zur Begründung, wie die „Welt“ aus dem Schreiben zitierte. Entgegen den Annahmen habe ein relativ hoher Anteil der Väter die Leistung schon im ersten Lebensjahr des Kindes beantragt und nicht erst nach Ablauf von zwölf Monaten. Das Familienministerium hatte angenommen, dass im ersten Jahr vor allem die Mütter zu Hause bleiben und die Väter die sogenannten zwei Vätermonate anschließend nehmen, die dann erst 2008 hätten finanziert werden müssten.
Das Elterngeld beträgt mindestens 300 Euro für Eltern ohne eigenen Verdienst und maximal 1.800 Euro im Monat bei Erwerbstätigen mit hohem Einkommen. In der Regel ersetzt die Leistung zwei Drittel des Nettoeinkommens der zurückliegenden zwölf Monate, das mit der Babypause wegfällt. Die „Vätermonate“ sind möglich, wenn auch der Partner für die Kinderbetreuung beruflich aussetzt.
Die Ausgaben für das Elterngeld liegen laut „Welt“ um 130 Millionen Euro über den Planungen. 70 Millionen mehr benötigt das Familienminister für das Erziehungsgeld für Eltern von Kindern, die bis Ende 2006 geboren wurden. 2007 wurde das Erziehungsgeld vom Elterngeld abgelöst. (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
An Kita-Ausbau wird nicht gerüttelt
(19.05.2010)
Elterngeld für mehr als 100.000 Väter
(29.08.2008)
(21.05.2007)
„Ich sehe mich nicht als Exot“
(21.05.2007)
Elterngeld wird mit Mutterschaftsgeld verrechnet
(06.01.2007)
Neues Elterngeld soll Babypause erleichtern
(28.12.2006)
Familienministerium richtet Online-Elterngeldrechner ein
(08.12.2006)