Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
17.07.2011
Foto: AP Photo/Porsche
Hamburg – Die größten deutschen Familienunternehmen haben 2010 die Giganten der Publikumsgesellschaften im Wachstum deutlich abgehängt. Das ergab eine Analyse des Stuttgarter Instituts für Familienunternehmen (IFF), die der Nachrichtenagentur dapd am Sonntag exklusiv vorlag.
Demnach belief sich der Umsatz der 30 größten deutschen Familienunternehmen 2010 auf 709,2 Milliarden Euro, 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die 30 größten Publikumsgesellschaften (ohne Banken und Versicherungen) wie Daimler, E.ON, oder Siemens erzielten 2010 einen Umsatz von 750,4 Milliarden Euro, ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von zehn Prozent, wie es hieß.
Besonders positiv entwickelten sich 2010 die automobilnahen Familienunternehmen wie Volkswagen, BMW, Robert Bosch oder INA-Schaeffler. Der Automobilzulieferer Helm wuchs sogar um 61 Prozent.
Mit Boehringer Ingelheim und Schlecker fiel nach IFF-Berechnung lediglich bei zwei Unternehmen der Top-30-Familienunternehmen der Umsatz 2010 niedriger aus als im Jahr zuvor. "Bei diesen Unternehmen sind es zum Teil auch hausgemachte Probleme, die die Bilanzen 2010 unterdurchschnittlich ausfallen ließen", erklärte IFF-Präsident Mark K. Binz.
Bei den größten Publikumsgesellschaften gingen vom Wachstum um rund 71 Milliarden Euro allein 30 Milliarden Euro auf das Konto der DAX-Riesen Daimler und E.ON. Im Vergleich mit dem Vorkrisenjahr 2008 (755 Milliarden Euro) sanken die Umsätze der großen Börsenkonzerne in Streubesitz gegen 2010 sogar leicht um 0,6 Prozent, während die Familienkonzerne ein Plus von acht Prozent aufweisen.
Binz führt erstmals in dieser Art des Vergleichs zwischen Familienunternehmen und Publikumsgesellschaften Volkswagen als Familienunternehmen. Ende 2010 seien 50,74 Prozent der VW-Stammaktien im Besitz der Porsche Automobilholding SE gewesen, die wiederum von den Familien Porsche und Piech kontrolliert wird. (dapd)
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