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Berlin – Er ist der große Triumphator der 61. Berlinale. Der iranische Regisseur Asghar Farhadi holte am Samstagabend mit seinem Psychodrama "Nader und Simin, eine Trennung" gleich drei Bären, den Goldenen für den besten Film und zwei Silberne für die besten männlichen und weiblichen Darsteller. Den riesigen Erfolg nahm Farhadi ruhig auf, nur kurz war andeutungsweise unter dem Vollbart ein Lächeln zu erkennen.
Erfolg ist der Regisseur gewohnt, der 1972 in Isfahan geboren wurde. Vor zwei Jahren erhielt er bereits einen Silbernen Bären für die beste Regie in "Alles über Elly". Was ihm nicht passt, ist die Annahme, den jüngsten Triumph habe er nur seinem im Iran zu sechs Jahren Haft verurteilten Kollegen Jafar Panahi zu verdanken, dem die Berlinale so eine weitere Solidaritätsbekundung habe zukommen lassen wollen. Er glaube nicht, dass die Jury der Berlinale sich davon habe beeinflussen lassen. Sie habe den Film mit den Schauspielern gesehen und beurteilt. Panahi war als Juror eingeladen, durfte aber nicht ausreisen.
Weder in seinen Filmen noch bei seinen Auftritten kritisiert Farhadi das Regime in Teheran offen. Und das hat seine Gründe: "Wenn ich das, was ich sagen will, durch den Film sage, dann hat es mehr Einfluss. Wenn Reden besser wäre, hätte ich keinen Film gemacht", erklärte er und fügte hinzu: "Ich bin kein Held, ich bin ein Filmemacher." Wenn er das sage, was die Kritiker auf der Berlinale hören wollten, bekäme er ein Problem und könnte keine Filme mehr machen, erklärte Farhadi.
Trotzdem erwähnte er unter dem Beifall des Publikums Panahi auch während der Siegerzeremonie. Er wünsche sich, dass dieser nächstes Jahr hier stehen werde, sagte Farhadi auf der Bühne des Berlinale Palastes.
Für ihn seien die Auszeichnungen sehr wichtig, "denn das bedeutet für mich, dass den Film viel mehr Zuschauer sehen werden – und für Filmemacher gibt es nichts Wichtigeres", sagte Farhadi. Für ihn werde die Arbeit künftig dadurch aber schwieriger, weil sein nächster Film noch besser werden müsse. "Ich mache Filme, an die ich auch glaube", erklärte er dann.
Hochgelobt wird er von seinen Schauspielern. Seine 14-jährige Tochter Sarina, die in dem Film eine Hauptrolle spielt, sagte: "Er kann Schauspieler sehr gut führen, egal ob es ein Star oder Anfänger ist." Und der Schauspieler Peyman Moadi sagte: "Er ist ein wunderbarer Regisseur, der sagt, was man darstellen soll."
Farhadi drehte bereits als Jugendlicher 8- und 16-Millimeter-Filme. Er studierte bis 1998 an der Universität Teheran Filmregie. In dieser Zeit verfasste er Stücke für den Hörfunk und inszenierte Fernsehsendungen. 2003 entstand auch sein international erfolgreiches Regiedebüt "Rags dar ghobar".(dapd)
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