Aktuelle Nachrichten – International
07.07.2012
Foto: AFP/Getty Images
Moskau – Die Zahl der Opfer bei den schweren Überschwemmungen im Süden von Russland steigt weiter. Mindestens 99 Menschen seien durch Hochwasser bisher ums Leben gekommen, berichteten die russischen Nachrichtenagenturen ITAR-Tass and RIA Nowosti am Samstag unter Berufung auf einen Vertreter des Innenministeriums. Zuvor hatten die Behörden 78 Tote gemeldet.
Sintflutartige Regenfälle haben mehrere Orte in der Region Krasnodar an der östlichen Schwarzmeerküste unter Wasser gesetzt. In den Straßen und Häusern stand es teilweise hüfthoch. Einige Menschen konnten sich nur noch auf Bäume und Dächer retten.
Betroffen waren etwa 5.000 Häuser, wie die Regierung von Krasnodar der Nachrichtenagentur Interfax sagte. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte, besonders schlimm sei die Lage in Krimsk, rund 1.200 Kilometer südlich von Moskau, wo 67 Todesfälle registriert worden seien. RIA Nowosti berichtete, in der Stadt Gelendschik seien fünf Menschen durch einen elektrischen Schlag ums Leben gekommen, weil ein Transformator ins Wasser gefallen sei.
"Es ging so schnell", rief eine Frau, die auf Fernsehbildern in ihrem überschwemmten Wohnzimmer in Gelendschik zu sehen war. Viele Menschen wurden im Schlaf von dem Hochwasser überrascht. Die Regenfälle hatten am Freitagabend begonnen. Bis zum Samstagmorgen fielen in Gelendschik nach Angaben des russischen Wetterdienstes mehr als 28 Zentimeter Regen.
Die Stadt ist ein beliebter Urlaubsort, in dem auch viele Ferienlager stattfinden. Die Behörden erklärten, derzeit hielten sich 7.100 Kinder in Ferienlagern in der Region auf. Mehr als 450 hätten in Sicherheit gebracht werden müssen. Das staatliche Fernsehen berichtete, mehr als 1.500 Mitarbeiter des Katastrophenschutzes seien im Einsatz, um den Flutopfern in Russland zu helfen. (dapd)
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