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ZDF-Politbarometer FDP und Westerwelle verharren im Umfragetief

DAPD

23.04.2010

Mainz (apn) Die FDP und ihr Parteichef Guido Westerwelle bleiben auch kurz vor Beginn des Bundesparteitags am Wochenende im Umfragetief. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die FDP auf acht Prozent (minus eins), wie die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer ermittelte.

Die CDU/CSU erhielte 38 Prozent (plus eins), die SPD 26 Prozent (unverändert), die Linke käme auf zehn Prozent (minus eins) und die Grünen auf 13 Prozent (unverändert). Die sonstigen Parteien zusammen lägen bei fünf Prozent (plus eins). Damit hätten CDU/CSU und FDP weiterhin keine parlamentarische Mehrheit. In der Messung der aktuellen politischen Stimmung liegt die FDP unverändert bei sechs Prozent. Westerwelle ist Schlusslicht auf der Beliebtheitsskala der zehn wichtigsten Politiker.

Steuerentlastungen trotz der hohen Verschuldung Deutschlands halten laut dem Politbarometer nur noch 33 Prozent (März: 37 Prozent) für richtig. Ablehnend äußerten sich 61 Prozent (März: 57 Prozent). Lediglich die Anhänger der FDP sprechen sich mehrheitlich (52 Prozent; März: 60 Prozent) für Steuererleichterungen aus. An diesem Wochenende will die Partei auf dem Parteitag in Köln ihr reduziertes Steuerentlastungskonzept verabschieden.

Nur eine Minderheit von zwei Prozent erwartet, dass es in den kommenden Monaten finanziell – alles in allem – eher zu Entlastungen kommen wird, 44 Prozent erwarten eher zusätzliche Belastungen und die meisten (52 Prozent) gehen davon aus, dass sich da nicht viel ändern wird.

Die Liste der zehn wichtigsten Politiker wird erneut von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg angeführt. Er erreicht nach Sympathie und Leistung auf der Skala von plus fünf bis minus fünf einen Durchschnittswert von 1,8 (März: 1,5) und liegt damit ein paar Hundertstel vor Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ebenfalls 1,8 (März: 1,5). Es folgen fast gleichauf Ursula von der Leyen und Wolfgang Schäuble mit 1,0. Im Negativ-Bereich sind Gregor Gysi mit minus 0,7 und Guido Westerwelle mit minus 1,1.

41 Prozent für Afghanistan-Einsatz

Dass die von den deutschen Behörden getroffene tagelange Luftraumsperrung zu weit ging, meinen zwölf Prozent, nicht weit genug ging sie für vier Prozent. Die deutliche Mehrheit von 78 Prozent meint, die Maßnahmen seien genau richtig gewesen.

Die Verluste der Bundeswehr in Afghanistan haben nur relativ wenig Auswirkungen auf die Einstellungen zum Afghanistan-Einsatz: Jetzt finden das dortige militärische Engagement Deutschlands 41 Prozent (Dezember: 45 Prozent) richtig, und 56 Prozent (Dezember: 51 Prozent) finden es nicht richtig.

Bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle sehen die Bundesbürger große Defizite bei der katholischen Kirche, was die Aufarbeitung dieser Vorkommnisse angeht: So meinen laut Politbarometer lediglich zwölf Prozent aller Befragten, dass die katholische Kirche genügend zur Aufklärung unternimmt. 82 Prozent halten es für zu wenig. Von den Katholiken sind 19 Prozent der Meinung, dass ihre Kirche zur Aufklärung genügend tue, 74 Prozent sehen Defizite. (AP)

 

 

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