Aktuelle Nachrichten – Finanzen
07.01.2010
Frankfurt/Main (APD) Genervte Bankkunden und Einzelhändler haben eine Notlösung entwickelt, um fehlerhafte Bankkarten doch benutzen zu können: Sie decken den Sicherheits-Chip mit Klebeband ab. Viele Lesegeräte reagieren dann, als ob gar kein Chip auf der Karte sei und lesen stattdessen den Magnetstreifen, der von dem derzeitigen Problem nicht betroffen ist. Doch der Zentrale Kreditausschuss und Verbraucherschützer warnen vor der dem Klebe-Trick.
„Ich kann davon nur abraten, weil es sich um einen Missbrauch der Karte handelt“, sagte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg der Nachrichtenagentur DAPD. Wenn es später zu einer Manipulation der Karte durch Kriminelle komme, könne die Bank theoretisch den Standpunkt vertreten, dass sie dem Kunden nichts mehr glaube, weil er die Sicherheitssysteme der Karte ja schon einmal ausgetrickst habe.
Außerdem besteht laut Nauhauser die Gefahr, dass der Klebestreifen die Automaten, die Händlerterminals und die Karten selbst beschädigt. So kann der Karteninhaber beim Entfernen des Klebestreifens den Chip versehentlich herunterreißen – für den Ersatz der Karte müsste er dann selbst aufkommen. Auch wenn Klebstoff in dem Gerät hängenbleibt, könne das teuer werden. Kunden sollten sich deshalb zurückhalten. Letzlich komme es darauf an, wer den Klebestreifen auf der Karte anbringe: „Wenn der Händler das selber macht, ist das nicht das Problem des Verbrauchers“, betont der Experte. (AP)
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