Benedikt XVI. bereitet sich auf den Tod vor

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. bereitet sich auf seinen Tod vor. In einem Leserbrief an den "Corriere della Sera" schrieb er, im "langsamen Schwinden seiner körperlichen Kraft" befinde er sich auf der "Pilgerfahrt zum Haus" des Herrn.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. bereitet sich auf den Tod vor. In einem Leserbrief an den „Corriere della Sera“ schrieb der 90-Jährige, im „langsamen Schwinden seiner körperlichen Kraft“ befinde er sich auf der „Pilgerfahrt zum Haus“ des Herrn.

Das ehemalige Oberhaupt der Katholiken zeigte sich in dem Brief bewegt darüber, dass „so viele Leser wissen möchten“, wie sein „letzter Lebensabschnitt“ verlaufe.

Es sei für ihn eine „große Gnade“, auf diesem „manchmal ein wenig ermüdenden letzten Wegstück“ eine derartige „Zuneigung und Güte“ zu erfahren wie er sie sich nicht vorgestellt habe.

Seit seinem Rücktritt aus Altersgründen im Jahr 2013 – dem ersten eines Papstes in der Neuzeit – lebt Joseph Ratzinger weitgehend zurückgezogen in einem kleinen Kloster im Vatikan. Bei ihm ist sein Privatsekretär Georg Gänswein, der 2016 gesagt hatte, dass Benedikt „wie eine Kerze langsam und in Ruhe“ verlösche.

Ein hoher Prälat im Vatikan erklärte im vergangenen Jahr, der emeritierte Papst habe die Kontrolle über seine Hände verloren, könne kein Klavier mehr spielen und sei in seiner Sehfähigkeit stark eingeschränkt. Er sei aber „geistig vollkommen klar“ und erinnere sich „an alles“.

Aus dem Vatikan verlautet, Benedikt zelebriere jeden Tag die Messe, bete viel, empfange ab und zu Besucher und beantworte seine umfangreiche Korrespondenz. Am Abend hört er demnach Fernsehnachrichten, außerdem erhalte er mehrere katholische Tageszeitungen und theologische Publikationen. Seinen 91. Geburtstag feiert der im bayerischen Marktl geborene Benedikt am 16. April. (afp)