Bildband: Eine Kathedrale der Musik – Das Archivio Storico Ricordi + VIDEO

Dieses eindrucksvolle Buch „Eine Kathedrale der Musik“ dokumentiert die Geschichte und Entwicklung des Archivio Storico Ricordi, das bedeutendste Musikarchiv Italiens: das Archivio Ricordi.

Mitten im Mailänder Breraviertel, in der Biblioteca Braidense, 10 Minuten zu Fuß vom „Teatro alla Scala“ entfernt, befindet sich das bedeutendste Musikarchiv Italiens: das Archivio Storico Ricordi.

Caroline Lüderssen, die Anglistik, Italianistik und Musikwissenschaften studiert hat, gibt in einem gerade erschienenen großartigen Text-Bildband einen lebendigen Einblick in die bewegte Verlagsgeschichte. Sein Titel: Eine Kathedrale der Musik.

Dieses eindrucksvolle Buch „Eine Kathedrale der Musik“ dokumentiert die Geschichte und Entwicklung des Archivio Ricordi mit seinen rund 8.000 handschriftlichen Partituren, über 10.000 Libretti, vom 17. bis zum 20. Jahrhundert, ca. 15.000 Briefe von Komponisten und Librettisten, über 10.000 Bühnenbildentwürfe und Figurinen, über 6.000 Fotografien, Plakate, Zeichnungen und Drucke Opernbühnen- und Kostümentwürfen, Fotografien und Drucke.

Wenn ich Fragen hatte, habe ich das Archiv angerufen, und sie haben mir immer die Antworten gegeben, die ich suchte. Dort haben sie die Quellen“. (Riccardo Muti)

Die Räume des historischen Mailänder Musikarchivs beherbergen Originale von zahlreichen Kompositionen Verdis, Rossinis, Bellinis, Donizettis und Paganinis – einige dieser Großen der europäischen Musikgeschichte vertrat der Verlag über Jahre exklusiv.

Faszinierende Geheimnisse werden gelüftet und Einblicke in das Leben der Komponisten gewährt. Eine Schatzkammer voller Fundstücke, die das wunderbare Geschäft vor Augen führen, Musik entstehen zu lassen, sie dem Publikum zu präsentieren, für sie zu werben, sie zu vertreiben und für die Nachwelt zu bewahren.

Der professionelle Geiger Giovanni Ricordi (1785 in Mailand geboren – 1853 in Mailand gestorben) beginnt früh, Partituren und Libretti zu sammeln. Im Sommer 1807 reist er nach Leipzig, um im Verlag Breitkopf & Härtel, dem etablierten deutschen Musikverlag, als Praktikant die Techniken des Notendrucks zu erlernen, und kehrt mit einer deutschen Kupferstichpresse nach Mailand zurück, wo er am 16. Januar 1808 gemeinsam mit dem Kupferstecher und Musikalienhändler Felice Festa den Verlag Ricordi gründet.

Nach wenigen Monaten verlässt Festa das Unternehmen, Giovanni Ricordi ist nunmehr alleinverantwortlich. Neben seiner Verlagstätigkeit arbeitet er auch als Souffleur an der „SCALA“. Mit Giuseppe Verdi verband ihn eine sehr enge Freundschaft, sie entwickelten die gemeinsame Vision eines geeinten Italien im Zeichen der italienischen Einigungsbewegung, des „Risorgimento“.

Archivio Ricordi Digitale

Ab 1842, dem Jahr der Uraufführung des „Nabucco“ sind die Werke Verdis mit politischen Botschaften überlagert. In demselben Jahr gründet Giovanni Ricordi die erste musikwissenschaftliche Zeitschrift Italiens, die „Gazetta Musicale di Milano“, die mit wenigen Unterbrechungen bis zum Jahr 1902 erschien.

Mit seinem Wirken setzt Giovanni Ricordi einen entscheidenden Prozess im italienischen Opernbetrieb in Gang, der auch die künstlerische Entwicklung der Oper im Hinblick auf Autonomie und Einzigartigkeit des Werks betrifft.