Tiefgehend ohne Ballast – Roland R. Ropers: „Mystiker unserer Zeit im Porträt“

Roland R. Ropers, langjähriger Kolumnist der Epoch Times, stellt am 4. April in Wien feierlich sein neues Buch vor: „Mystiker unserer Zeit im Porträt“. Sein geistiger Lehrer Bede Griffiths schrieb 1992 zu dem Foto, das auf dem Cover abgebildet ist: „Kontemplation ist Erkenntnis durch Liebe.“

„Die spirituelle Suche ist kein romantisches oder dramatisches Abenteuer, sondern strenge Selbstdisziplin. Sie ist keine Lebenslehre nur für greise Einsiedler, sondern ebenso sehr für tatendurstige junge Menschen, die in der Welt etwas leisten wollen…“ (Paul Brunton)

Schon allein diese wenigen Worte des großen Weisheitslehrers Paul Brunton öffnen den Weg in die Begegnung mit den vielen von Roland R. Ropers porträtierten Menschen, Männern und Frauen, die verschiedener nicht sein können und die er alle als „Mystiker unserer Zeit“ vorstellt. Vielen ist er selbst begegnet und von allen zitiert er auch deren eigene Texte, hält sich aber mit Interpretationen wohltuend zurück.

Papst Franziskus, Leonard Bernstein, Hans-Peter Dürr, Martin Luther King, Rainer Maria Rilke und den Dalai Lama ebenso wie Eugen Biser, den Jesuiten Hugo Makibi Enomiya-Lasalle, Raimon Pannikar, seinen Lehrer Bede Griffiths und Paul Brunton und andere stellt der Autor nebeneinander, keine äußere Ordnung verbindet sie, aber die innere Freiheit und die Konsequenz auf dem Weg dorthin.

„Mystiker sind großartige Menschen ohne magische Erscheinung und ohne missionarisches Sendungsbewusstsein. Sie sind Leuchtfeuer und Wegweiser in das innerste Universum, wo jeder tiefreligiös Suchende an der Urquelle seine ewige Heimat finden kann.“ Das sagt Roland Ropers über die Porträtierten, zu denen auch etliche Frauen gehören, wie Christina Kessler, Majella Lenzen, Anne Morrow Lindbergh, Ruth Pfau und Helga Simon-Wagenbach.

Diese Begegnungen sind tiefgehend ohne Ballast, anregend ohne Belehrung, herzwärmend durch ihre Menschlichkeit und sie erweitern die Wahrnehmung über das Göttliche, die Welt und uns selbst. Aber am bewegendsten in seiner Klarheit und geradezu schlichten Unerbittlichkeit ist der Text des Autors „Zur Einführung“ unter dem Motto: „Mensch, werde wesentlich!“

Diese Einführung ist behutsam begleitend zum Thema, dass Mystik Religion im ursprünglichsten Sinn sei, die heute jedoch zu einem erstarrten Beharren in Konfessionen verkommen ist. Und darin wird erklärt, was das innerste Wesen des Menschen ist. Von diesem Urgrund, so Ropers, hätten sich „die gottesfernen Glaubensherrscher mit egozentrierten Erkenntnissen in einer Welt von bewusster Wissensentfremdung professionell etabliert und die Menschen in einem lebenslangen „Schuld-Gefängnis“ eingesperrt, aus dem es sich zu befreien gilt.“

Es gelingt Roland Ropers auf nur elf Buchseiten, Vergangenheit und Gegenwart der „Glaubensirrtümer“ zu beschwören und er beleuchtet – oder erleuchtet – den Weg, den es zu beschreiten gilt, um dorthin zu gelangen, wo „das Königreich Gottes inwendig in uns ist“. Was dann folgt, in der Darstellung seiner von ihm so benannten „Mystiker“, ist ein Exkurs, auch im Biographischen dem Weg zu folgen: „Mensch werde wesentlich!“

Chapeau! Überaus lesenswert.

Roland R. Ropers

Mystiker unserer Zeit im Porträt

topos premium

272 Seiten, Klappenbroschur,

1. Auflage Februar 2017

Topos plus Verlagsgemeinschaft,

ISBN / Code: 978-3-8367-0032-0

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