KIKA-online: Hier lernen Jungs, wie man Mädchen an die Wäsche geht

Der staatliche Kinderkanal KIKA scheint nichts unversucht zu lassen, die natürlichen sexuellen Hemmungen bei Kindern und Jugendlichen abzubauen. Beraten wird er dabei von der DIAKONIE.

Vor wenigen Tagen berichtete die „Berliner Zeitung“ von einem „eigenartigen Busen-Memory-Spiel“ auf der Homepage des Senders.

Klicken! Klicken! Klicken! Dann gibts Busen! Busen! Busen! hieß es dort ursprünglich laut BZ. Seit Veröffentlichung ihres Artikels hat man diese Formulierung aber offenbar entfernt. Danach hieß es unter der Überschrift „Bock zu Spielen!?“ „Brüste! Brüste! Brüste! Zock das Busen-Legespiel!“. Inzwischen steht hier nur noch „Legespiel“. Gemeint ist damit ein Memory, in dem verschiedene Arten von weiblichen Brüsten versteckt sein sollen.

Scrollt man weiter nach unten, sind Sendungen verlinkt wie „Alles klar im BH?“ Bei weiterem durchklicken gibts dann interessante „Wissenstipps“ wie „Kein Mist, aber Frauen sind die einzigen weiblichen Lebewesen, bei denen die Brüste dauerhaft prall sind.“ Laut dem Sender soll mit dem Aufklärungsprogramm den 10-13-Jährigen die Unsicherheit hinsichtlich Form und Größe von Brüsten genommen werden.

Die DIAKONIE berät den Sender

Auf eine Anfrage der BZ bei den KIKA-Machern, erklärten diese, dass mit dem Busen-Memory Spiel „spielerisch gezeigt wird, wie unterschiedlich Brüste sein können und dass das alles normal ist. Jede sexuelle, sexistische oder voyeuristische Ausrichtung wird in Text und Bild vermieden.“ Ihre Fachberaterin Sabine Marx von der DIAKONIE Berlin-Brandenburg halte diesen Ansatz für sinnvoll, heißt es.

Der älteste Frauenrechtsverband Deutschlands – der Deutsche Staatsbürgerinnen-Verband – ist laut BZ der Meinung, dass solche Aktionen den Sexismus fördern würden. Auf eine Anfrage reagierte der Verband gegenüber BZ wie folgt:

Hier wird die Weiblichkeit und die weibliche Brust zum Spaß objektifiziert. Mit so einem Spiel lernen Jungs und Mädchen von klein auf, dass der weibliche Körper von jedem beurteilt und begafft werden darf. Würden die Verantwortlichen eigentlich auch ein Penis-Memory machen?“

Arbeitsgruppenergebnis pubertierender Jungs?

Die Kinderpsychologin Helene Timmermann befürchtet, dass „Aufregendes und Geheimnisvolles im Zusammenhang mit Sexualität“ hierbei verloren gehe und ins Lächerliche gezogen werde. „Gefühle von Unsicherheit, Peinlichkeit und Scham der Jugendlichen“ würden überrollt werden.

Zudem frage man sich, „ob die Gestaltung dieser Sendung das Arbeitsgruppenergebnis einer Gruppe pubertierender Jungen ist, die versuchen, mit ihrer Unsicherheit gegenüber den Mädchen durch eine Flucht nach vorn klarzukommen,“ wird sie von BZ zitiert.

Migranten-Jungs lernen BH zu öffnen

Dem KIKA-Sender scheint sein entsprechender „Bildungsauftrag“ allerdings so wichtig zu sein, dass er sich von solchen Beurteilungen nicht abschrecken lässt. Gestern berichtete die BZ über einen neuen „Aufreger“: In einem Video auf dem Kinderkanal öffnen drei Jungs den BH einer Schaufensterpuppe. Motto: „Geht nicht, gibts nicht.“

Diesmal meldete sich Inge Bell von der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes bei BZ zu Wort und erklärt:

Das ist ein völlig falsches Signal an die KiKA-Zielgruppe der 3- bis 13-jährigen Kinder. Es ermutigt Jungs schon im Kindesalter, Mädchen buchstäblich an die Wäsche zu gehen. Und es signalisiert Mädchen schon im Kindesalter, dass Jungs ihnen an die Wäsche gehen dürfen.“

Auffällig ist in diesem Beitrag allerdings die Auswahl der Protagonisten. Bell wittert Rassismus, denn im Video sind hier vor allem Jungs mit Migrationshintergrund zu sehen. Das könne den Anschein machen, „Migranten-Jungs brauchen besonderen Nachhilfeunterricht beim BH-Öffnen. Gerade in Zeiten der #MeToo-Debatte sollte so eine Instrumentalisierung von Migranten-Jungs in den Medien ein No-Go sein“, sagt Bell gegenüber BZ.

„Minderjährige Protagonisten schützen“ – Beitrag ist OFF

KIKA weicht in seiner Rechtfertigung gegenüber dem Berliner Blatt erneut auf die Beratung durch die DIAKONIE aus. Hier würden eben „Themen aus der Lebenswelt der sogenannten Preteens behandelt“.

„Um die minderjährigen Protagonisten zu schützen“ hat KIKA nach der BZ-Anfrage den online-Beitrag erst einmal OFF gestellt. Aber: „Wer schützt Kinder als Zuschauer vor dieser Art von Beiträgen? Und: Wer entscheidet bei KiKa, was veröffentlicht wird?“, fragt das Blatt abschließend.

(mcd)

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