Helmut Kohls Witwe fühlt sich „zum Abschuss freigegeben“

Helmut Kohls Witwe Maike Kohl-Richter hat sich über unwahre Behauptungen und Beschimpfungen beklagt. "Ich fühle mich wie Freiwild, das zum Abschuss freigegeben ist", sagte die 53-Jährige in ihrem ersten Interview nach dem Tod Kohls.
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Maike Kohl-Richter.Foto: DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images
Epoch Times17. Januar 2018

Helmut Kohls Witwe Maike Kohl-Richter hat sich über unwahre Behauptungen und Beschimpfungen beklagt. „Ich fühle mich wie Freiwild, das zum Abschuss freigegeben ist“, sagte die 53-Jährige der Illustrieren „Stern“ in ihrem ersten Interview nach dem Tod Kohls vor gut einem halben Jahr laut Vorabmeldung vom Mittwoch.

So habe sie zahlreiche Briefe erhalten, in denen ihr unaufgefordert mitgeteilt worden sei, wie sie ihr Leben zu führen habe und wie sie das Grab ihres Manns zu gestalten habe.

In dem Gespräch griff Kohl-Richter auch Kohls Söhne aus dessen erster Ehe mit Hannelore Kohl scharf an. Ihr Mann habe sehr darunter gelitten, dass Peter und Walter Kohl die Vater-Sohn-Beziehung „zum Geschäftsmodell“ gemacht und den Weg in die Medien gesucht hätten. Das Verhältnis von Kohl und seinen Söhnen galt als zerrüttet, beide waren nicht bei der Beerdigung des Vaters.

Nach ihrer Wahrnehmung gelte aber nur sie selbst als böse, sagte Kohls zweite Frau: „Mein Mann und ich werden als maximal unversöhnlich dargestellt, und ich gelte als Monster, das die armen Kinder von Vater und Großvater fernhält.“ Kohl-Richter bestätigte, dass die Söhne und ihre Familien zu Kohls Lebzeiten eine Million Euro erhalten hätten, um Erbstreitigkeiten zu vermeiden.

In dem Streit um die in Kohls Privathaus in Ludwigshafen-Oggersheim lagernden Akten des Altkanzlers sieht sich Maike Kohl-Richter dem Interview zufolge im Recht. „Mein Mann hat bereits 2007 handschriftlich testamentarisch verfügt, dass ich bezüglich seines Lebenswerks seine legitime Alleinerbin und Ansprechpartnerin sein soll“, zitierte der „Stern“ Kohl-Richter, „ich würde mir von manchem mehr uneigennützige Unterstützung wünschen und weniger Eifersüchteleien.“

Dem von 1982 bis 1998 amtierenden Bundeskanzler sei es wichtig gewesen, „dass der Nachlass zusammenbleibt und seriös zugänglich ist“. Dazu führe sie Gespräche, aber die Entscheidung etwa über eine Helmut-Kohl-Stiftung müsse in Ruhe getroffen werden. Das Bundesarchiv in Koblenz hatte bereits kurz nach dem Tod Kohls in einem Brief an dessen Witwe die Herausgabe der Akten erbeten, um diese der Forschung zugänglich zu machen. (afp)



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