Soundgarden-Frontmann Chris Cornell nimmt sich nach Konzert in Detroit das Leben

Chris Cornell, Frontmann der US-Grunge-Band Soundgarden, ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Der Rocksänger starb am Mittwochabend (Ortszeit) nach einem Auftritt mit seiner alten Band in Detroit, wie die Polizei am Donnerstag bestätigte. Es handelt sich offenbar um Selbstmord.

Chris Cornell, charismatischer Frontmann der Grunge-Band Soundgarden, hat sich mit 52 Jahren das Leben genommen. Der Rocksänger erhängte sich am Mittwochabend (Ortszeit) kurz nach einem Konzert mit seiner alten Band in Detroit, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Schon zuvor hatte die Polizei erklärt, sie gehe von einem „möglichen Suizid“ aus. Zu den berühmtesten Songs des US-Sängers gehört „Black Hole Sun“.

Die Autopsie habe ergeben, dass Cornell sich erhängt habe, sagte  der Sprecher des Leichenbeschauers von Wayne County, James Martinez. Cornell hatte sich nach einem Auftritt im Fox Theatre im Zentrum von Detroit in sein Hotelzimmer zurückgezogen.

Wenige Stunden nach dem Konzert alarmierte Cornells Familie nach Angaben der Polizei den Rettungsdienst. Ersthelfer hätten Cornell regungslos aufgefunden, sagte eine Polizeisprecherin.

Der Pressesprecher des Sängers, Brian Bumbery, erklärte, Cornells Ehefrau Vicky Karayiannis Cornell und die übrigen Familienmitglieder seien „schockiert über den plötzlichen und unerwarteten Tod“. Die Familie danke den Fans „für ihre beständige Liebe und Loyalität“ und bitte darum, ihre Privatsphäre zu respektieren.

Cornell zählte zu den Pionieren des Grunge-Rock. In der US-Westküstenstadt Seattle geboren, gründete er 1984 die Band Soundgarden, die zusammen mit Nirvana, Alice in Chains und Pearl Jam zu den führenden Bands der Grunge-Bewegung in den späten 80er und frühen 90er Jahren gehörte.

Die Band gewann mehrere Grammys, bevor sie sich 1997 auflöste. Erst 2010 fanden Cornell und seine Bandkollegen wieder zusammen. Der Auftritt in Detroit war laut dem US-Magazin „Variety“ planmäßig die letzte Etappe einer US-Tournee.

Obwohl gesangstechnisch kaum ausgebildet, hatte Cornell einen Stimmumfang über fast vier Oktaven: Sein Gesang bewegte sich zwischen tiefem Bariton und einem hohen, kreischenden Tenor – begleitet von dissonanten Mollakkorden seiner Gitarre.

Nach der Auflösung von Soundgarden spielte Cornell bei der Band Temple of the Dog und gründete 2001 mit drei ehemaligen Mitgliedern von Rage Against the Machine die Rock-Formation Audioslave. Diese durfte 2005 vor zehntausenden Menschen im kommunistischen Kuba auftreten. 2006 sang Cornell „You Know My Name“, den Titelsong des James-Bond-Films „Casino Royale“.

Mit Cornells Tod wird nach dem Suizid von Nirvana-Sänger Kurt Cobain im Jahr 1994 ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Grunge geschlossen. Der Sänger der Stone Temple Pilots, Scott Weiland, starb 2015 an einer Überdosis Rauschgift.

Auch Cornell konsumierte viele Jahre Heroin und andere Drogen und kämpfte gegen Depressionen an. In einem Interview mit dem Magazin „Rolling Stone“ räumte er 1994 ein, schon mit 13 Jahren täglich Drogen genommen zu haben. Die Schule schloss er nicht ab, stattdessen fand er Erfüllung in der Musik.

Mitte der 2000er Jahre kam er von den Drogen los und erlebte danach eine neue Phase der Kreativität: er veröffentlichte mehrere Soloalben und tat sich wieder mit Soundgarden zusammen.

Poplegende Elton John zeigte sich „schockiert und betrübt“ über Cornells Tod und nannte ihn „einen großartigen Sänger, Songschreiber und den liebenswürdigsten Mann“. Led Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page erklärte auf Twitter: „RIP (Ruhe in Frieden) Chris Cornell. Unglaublich talentiert. Unglaublich jung. Unglaublich vermisst.“ Cornell hinterlässt drei Kinder. (afp)

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