„Subkultur der Selbstgerechtigkeit tötet öffentlichen Diskurs“: Ex-EKD-Ratsvorsitzender Huber fordert mehr Meinungsstreit

In Deutschland herrsche eine "Subkultur der Selbstgerechtigkeit", die jeden öffentlichen Diskurs töte, beklagt Wolfgang Huber. Auch die Evangelische Kirche folge diesen Trend. Eine Streitkultur sehe anders aus, so der Theologe.

Mehr Meinungsstreit – das fordert der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber.

„Wir erleben eine neue Subkultur der Selbstgerechtigkeit“, sagte der Theologe der Wochenzeitung „Die Zeit“. Man schließe sich „im Kokon der eigenen Überzeugungen“ ein, bleibe unter Gleichgesinnten und pflege seine Vorurteile. „Diese Selbstgerechtigkeit tötet den öffentlichen Diskurs“, warnte Huber.

Zur Migrantenfrage erklärte der Theologe, Deutschland solle „endlich aufhören, alle Flüchtlinge durch das deutsche Asylverfahren zu schleusen“. Wer aus einem Bürgerkrieg fliehe, sei kein Asylbewerber, sondern genieße subsidiären Schutz. Das gelte insbesondere für Opfergruppen wie Christen und Jesiden.

„Menschen, die unter religiöser Verfolgung leiden, sollen unser Land erreichen können!“ Die Politik müsse „die Fluchtgründe unterscheiden, statt alle Flüchtlinge über einen Kamm zu scheren“.

Huber kritisierte auch ein EKD-Papier über Flüchtlinge: Es rufe zwar zur Debatte auf, debattiere selber aber nichts, sondern präsentiere nur Überzeugungen. „Streitkultur sieht anders aus.“ (dts)

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