Soziologe warnt vor Polarisierung der Schweizer Gesellschaft

Der Schweizer Soziologe und ehemalige Avenir-Suisse-Direktor Thomas Held hat vor einer Polarisierung der Schweizer Gesellschaft gewarnt. Er befürchtet, dass „wir in der Schweiz auf eine Blockbildung zusteuern, die wir aus …

Der Schweizer Soziologe und ehemalige Avenir-Suisse-Direktor Thomas Held hat vor einer Polarisierung der Schweizer Gesellschaft gewarnt. Er befürchtet, dass „wir in der Schweiz auf eine Blockbildung zusteuern, die wir aus den USA kennen“, sagte Held der Schweiz-Ausgabe der „Zeit“. Es brauche im Schweizer Konkordanzsystem aber eine dritte Kraft, um Kompromisse mehrheitsfähig zu machen: „Konkret die CVP (…) In der Sozialpolitik lehnt sie sich etwas nach links, in der Wirtschaftspolitik etwas nach rechts.“

Held war bis 2010 Direktor des liberalen Thinktanks Avenir Suisse und versuchte zahlreiche wirtschaftspolitische Reformen in der Schweiz anzustoßen: „Ich kann eine gewisse Ernüchterung nicht verbergen und habe den Eindruck, dass die Reformfähigkeit der Schweiz in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren abgenommen hat. Wir erleben eine Rückkehr zur reinen Interessenpolitik. Selbst die Wirtschaftsverbände fragen sich: Was nützt es unseren Branchen?“ Held äußerte sich auch über die am 24. September in einer Volksabstimmung abgelehnte Rentenreform: „Ich habe Ja gestimmt. Die Avenir-Suisse-Leute werden sich nun denken, der Held spinnt. Aber letztlich war es für mich wichtiger, dass überhaupt etwas geschieht, etwas positives.“ (dts)