München – Der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Verhandlungsführung beim EU-Gipfel gelobt. Die Kanzlerin habe mit vollem Einsatz gekämpft, sei ein hohes Risiko gegangen und habe gewonnen. „Das verdient Respekt und Anerkennung“, schrieb Fischer in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung (Dienstagausgabe). Sie könne zu Recht stolz sein auf das Erreichte.
Zugleich kritisierte Fischer die EU-Mitgliedsstaaten Großbritannien und Polen. Mit seiner Politik, sich teilweise der Zusammenarbeit innerhalb der EU zu entziehen, bleibe Großbritannien am Rande der EU. Das britische Gewicht in der Welt werde dadurch weiter abnehmen. Über Polen schrieb Fischer, das Land müsse sich fragen, welche Rolle es künftig spielen wolle. Eigentlich geböten es die existenziellen Interessen des Landes, dass es alles täte, um möglichst schnell zu einer starken EU beizutragen. „Stattdessen verrennt sich die nationalistische Regierung in Warschau in eine europäische Isolation“, schrieb Fischer. (AP)
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