Harmonie und Balance im Alltag – Fit fürs Regattasegeln – Hanns Christof Schwankner / Gastautor
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Segelunterricht Fit fürs Regattasegeln

Hanns Christof Schwankner / Gastautor

08.10.2010

Das Yandoo Team bei der 18‘ Skiff International Regatta in San Franzisco 2009. Foto: Ezra Shaw/Getty Images
Das Yandoo Team bei der 18‘ Skiff International Regatta in San Franzisco 2009.

Foto: Ezra Shaw/Getty Images

Die sportliche Leistungsfähigkeit setzt sich im Allgemeinen aus Ausdauer, Kraft, Koordination, Beweglichkeit, Schnelligkeit und mentalen Fähigkeiten zusammen. All diese Eigenschaften sind durch Training beeinflussbar und haben neben einer Verbesserung im Sport auch einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Im Folgenden werden die einzelnen Fähigkeiten bezogen auf den Segelsport näher erklärt:

Ausdauer: Unter Ausdauer wird allgemein die psycho-physiologische Widerstandsfähigkeit des Sportlers verstanden. Das heißt, man kann auftretende Belastungen länger auf gleichbleibendem Niveau ausüben. Zudem kann man über einen längeren Zeitraum die Konzentration halten und regeneriert nach dem Wettkampf schneller. Fürs Segeln bedeutet das, dass man auch die Zielkreuz noch konzentriert durchsegeln kann und eine größere Wettkampfserie besser überstanden wird. Ferner ist Ausdauertraining eines der besten Mittel zur Stressbewältigung und sorgt für eine geringere Anfälligkeit für banale Infekte.

Kraft: In verschiedenen Sportarten tritt die Kraft niemals in einer abstrakten „Reinform“, sondern stets in einer Kombination der konditionellen physischen Leistungsfaktoren auf. Sicher muss ein Segler keine übermäßigen Maximalkraftwerte aufweisen bzw. besonders schnellkräftig sein. Aber man sollte doch so viel Kraft aufbringen, um alle Schoten und Trimmeinrichtungen problemlos bedienen zu können. Ferner sollte die Muskulatur so trainiert sein, um segeltypische Sitzpositionen über einen längeren Zeitraum einhalten zu können, ohne Ausweichhaltungen einzunehmen, die meist zu Schmerzen führen, die den Spaß am Segeln stark beeinflussen und sich so auf die Leistungsfähigkeit negativ auswirken können. Zudem sollte speziell ein Ausgleichstraining durchgeführt werden, bei dem besonders die Muskulatur trainiert wird, die beim Segeln nicht so stark beansprucht wird, um muskulären Dysbalancen - eine Unausgewogenheit von Kraft- und Dehnfähigkeit der Muskeln - vorzubeugen. Diese sind oft Ursache für schmerz auslösende Haltungsschäden oder Verspannungen, die sich auch negativ auf die Psyche auswirken können.

Koordination: Sie befähigt den Sportler, motorische Aktionen in vorhersehbaren und unvorhersehbaren Situationen sicher und ökonomisch zu beherrschen und sportliche Bewegungen relativ schnell zu erlernen. Die Komponenten der Koordination sind Kopplungsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit, Gleichgewichtsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit und Umstellungsfähigkeit. All diese Fähigkeiten beinhaltet die Koordination. Stellen Sie sich vor, Sie segeln bei viel Wind und Welle, schlechtem Wetter und Ihre Gegner zwingen Sie zu vielen Manövern. Sind Sie koordinativ trainiert, werden Sie die Situation besser meistern als ohne ausreichendes Training.

Beweglichkeit: Beweglichkeit ist die Fähigkeit und Eigenschaft des Sportlers, Bewegungen mit großer Schwingungsweite selbst oder unter dem unterstützenden Einfluss äußerer Kräfte in einem oder mehreren Gelenken ausführen zu können. Sind Sie beweglicher, werden Sie Ihren Aktionsradius erweitern und somit effektiver arbeiten können. Zudem wirkt eine gut ausgebildete Beweglichkeit sehr präventiv auf Verletzungen.

Schnelligkeit: Man unterscheidet zwischen Aktions- und Reaktionsfähigkeit. Beides sind Eigenschaften, die jeden erfolgreichen Regattasegler auszeichnen. Der Schnellere wird immer gewinnen. Man braucht sicher nicht die Schnelligkeit eines Sprinters, aber eine gewisse Grundschnelligkeit in Verbindung mit Koordination lässt Ihre Manöver sicher noch besser gelingen.

Mentale Fähigkeiten: Sie sind am Start übernervös bzw. Sie haben ein richtiges leck-mich-Gefühl - beides ist nicht besonders förderlich für Ihre sportliche Leistungsfähigkeit. Durch verschiedene Trainingsformen können Sie lernen, die für sich optimale Einstellung zu finden. Entspannungstraining, Atemtechniken oder Problembox sind nur kurze Schlagworte, die vielen Seglern zu mehr Erfolg verhelfen können. Dies alles sind nur einige Gedanken zur Kondition und deren Einfluss auf erfolgreiches Segeln.
Viele der oben aufgeführten Punkte lassen sich auch auf andere Sportarten bzw. auf die Belastungen des Alltags übertragen.

 

Info: Hanns Christof Schwankner ist staatlich geprüfter Sportlehrer und segelt seit 30 Jahren Regatten in verschiedenen Bootsklassen. Viel Wissenswertes zum Thema Segeln in Europa finden Sie beim Europäischen Segelinformationssystem.

 

 

 

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