Nürnberg – Unter großem internationalen Medieninteresse hat die kleine Nürnberger Eisbärin Flocke am Dienstag ihren ersten Auftritt in der Öffentlichkeit mit Bravour gemeistert. Begleitet von ihren Pflegern Stefanie Krüger und Harald Hager tollte das inzwischen fast vier Monate alte und gut 21 Kilogramm schwere Jungtier mehr als zwei Stunden durch das Freigehege. Dabei zeigte es keine Scheu, auch ein ausgiebiges Bad in seinem Wassergraben zu nehmen.
Neben rund 430 Journalisten aus dem In- und Ausland gehörten 50 geladene Gäste zu den ersten Zuschauern. Vom (morgigen) Mittwoch an kann Flocke dann von allen Besuchern des Nürnberger Zoos besichtigt werden. Interessierte können eine Stehtribüne mit 500 Plätzen vor dem Eisbärengehege nutzen.
Während vor dem Haupteingang des Tiergarten erneut Tierschützer gegen die Zoohaltung von Eisbären demonstrierten, verteidigte Zoodirektor Dag Encke in einer Pressekonferenz das Vorgehen des Tiergartens. „Wir halten Eisbären, weil viele Menschen Eisbären mögen“, sagte er. Die Zoohaltung dieser weißen Riesen sei zudem die einzige Möglichkeit, Menschen dazu anzuregen, über die vom Aussterben bedrohten Tiere nachzudenken und vielleicht sogar ihre Denkweise zu verändern. Flocke sei eine Botschafterin für den Klimaschutz. Sie solle nicht als Teddybär gesehen werden.
Tierpflegerin Petra Fritz, die sich gemeinsam mit ihrer Kollegin Stefanie Krüger sowie den Pflegern Harald Hager und Horst Maußner um die Aufzucht von Flocke gekümmert hatte, schwärmte von den vielen unvergesslichen Momenten, die sie mit der kleinen Eisbärin gehabt habe. Vor allem die stillen Nächte und die ruhigen Momente an der Seite des Babybären würden ihr immer in Erinnerung bleiben. „Wenn Flocke irgendwann selbstständig ist und ohne uns zurechtkommt, haben wir unser Ziel erreicht“, sagte sie.
Pfleger Hager ergänzte, es habe ihm sehr viel Freude gemacht, die Eisbärin aufzuziehen. „Lustig war vor allem, wie schnell sie von schmusig auf bissig umschalten konnte“, schilderte er.
Bis einschließlich Sonntag soll das Jungtier zunächst nur während seiner aktiven Phasen von 9 Uhr bis 11 Uhr und von 13 Uhr bis 16 Uhr ins Freigehege kommen. Wie lange Flocke in Nürnberg bleibt und ob sie irgendwann einmal sogar mit dem Berliner Eisbären Knut ein Paar werden kann, wollte Zoodirektor Encke nicht sagen. „Erst muss sie einmal groß werden. Es gibt aber kein Dogma, dass sie immer hier bleibt.“ Eine Verbindung mit Knut sei im übrigen genauso möglich wie mit dem Stuttgarter Eisbärenbaby Wilbär oder jedem anderen Jungbären, meinte Encke. „Also nicht ausgeschlossen“, sagte er.
www.tiergarten.nuernberg.de
www.eisbaer.nuernberg.de (AP)
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