Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Flutwellen verwüsten Inseln im Südpazifik – George Herming
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Welt

Flutwellen verwüsten Inseln im Südpazifik

George Herming

02.04.2007

Schwerer Regenfall im Nordosten Australiens. (AP Photo/Channel 9 via APTN)
Schwerer Regenfall im Nordosten Australiens. (AP Photo/Channel 9 via APTN)

Honiara – Ein gewaltiges Seebeben im Südpazifik hat am Montag meterhohe Flutwellen ausgelöst, die auf den Salomonen nach ersten Berichten mindestens 13 Menschen in den Tod rissen. Ein Regierungssprecher der Inselgruppe erklärte, die Opferzahl könne sich noch deutlich erhöhen. Tausende Menschen flohen vor dem Tsunami. Das gesamte Ausmaß der Schäden in dem bettelarmen Land blieb zunächst unklar.

Eine Tsunami-Warnung für die gesamte Region von Hawaii bis Australien wurde später aufgehoben. Eine Katastrophe wie an Weihnachten 2004, als ein verheerender Tsunami im Indischen Ozean etwa 230.000 Menschen das Leben kostete, wiederholte sich nicht. Das Beben am Montag hatte eine Stärke von 8,0, sein Epizentrum lag zwischen den Inseln Bougainville und New Georgia.

Die Wellen erreichten die 40 Kilometer entfernte Ortschaft Gizo nach nur fünf Minuten und richteten dort große Schäden an. „Es gab keine Warnung, die Warnung waren die Erdstöße“, berichtete der Regierungschef der westlichen Provinz, Alex Lokopio, im neuseeländischen Rundfunk. „Es hat uns kräftig durchgeschüttelt und wir hatten Angst und plötzlich stieg das Meer an.“ Bis zu 4.000 Menschen hätten sich auf einen Hügel hinter der Stadt geflüchtet.

Ein Einwohner schätzte die Höhe der Flutwelle auf drei Meter, anderen Berichten zufolge türmte sich das Wasser fünf Meter hoch und drang bis zu einem Kilometer ins Landesinnere vor. Alle Häuser an der Küste seien getroffen worden, sagte Lokopio. Der Besitzer eines Tauchladens, Danny Kennedy, sagte: „Boote lagen mitten auf der Straße, Gebäude stürzten völlig ein.“ Seine Tochter berichtete, noch Stunden später habe es Nachbeben gegeben. In Gizo herrsche ein großes Durcheinander.

Der Informationsdirektor von Premierminister Manasseh Sogavare, Alfred Maesulia, sagte, auch die Bewohner der benachbarten Inseln Simbo, Choiseul und Ranunga hätten von Toten und schweren Verwüstungen berichtet. Einige Dörfer sollen völlig zerstört worden sein. Allein in der Ortschaft Sasamungga seien Berichten zufolge 300 Gebäude eingestürzt.

Maesulia sprach von mindestens 13 Toten. Einige Menschen trieben im Meer, doch sei es wegen der hohen Wellen schwer, an sie heranzukommen. Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Julian Makaa, sagte, aus zahlreichen Dörfern im abgelegenen Westteil der Inselgruppe gebe es Berichte, wonach Bewohner von den Fluten mitgerissen worden seien. Schlechte Kommunikationsverbindungen mit der abgelegenen Westprovinz erschwerten eine Bestandsaufnahme.

Die US-Erdbebenwarte registrierte das Beben um 07:39 Uhr Ortszeit (Sonntag, 22:39 Uhr MESZ). Das Epizentrum lag rund zehn Kilometer unter dem Meeresboden, etwa 350 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Honiara.

Die australischen Behörden sperrten vorsorglich alle Strände an der 2.000 Kilometer entfernten Ostküste. In Sydney wurden alle Fährverbindungen eingestellt. (AP)

Schlagworte

Webnews einstellen
 
Anzeige
Anzeige