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Datenklau Folgen des Datenhandels könnten jeden treffen

DAPD

20.08.2008

Das Firmenlogo der Firma 'LottoTeam' zu sehen bei der Firmenzentrale in Köln.  (AP Photo/Hermann J. Knippertz)
Das Firmenlogo der Firma 'LottoTeam' zu sehen bei der Firmenzentrale in Köln. (AP Photo/Hermann J. Knippertz)

Frankfurt/Main – Die Folgen des illegalen Datenhandels könnten nach Expertenangaben ausnahmslos jeden Bundesbürger treffen. Mit der breiten Nutzung des Internets seien die Adressen der gesamten bundesdeutschen Bevölkerung für Marketingzwecke und Verkaufsaquisen im Umlauf, sagte der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert der „Süddeutschen Zeitung“. Der Handel mit persönlichen Daten sei deshalb kaum mehr zu stoppen.

Derzeit vagabundierten allein etwa 10 bis 20 Millionen illegal weitergereichte Kontodaten, sagte der Datenschützer, der mit Strafanzeigen den Datenklau-Skandal ins Rollen gebracht hat. Diese sensiblen Daten würden beim Telefonverkauf, Glücksspielen, aber auch bei Verkaufsbörsen im Internet abgeschöpft und zunehmend für dubiose Zwecke benutzt.

Bei der Aufdeckung der Vorgänge stehe man erst am Anfang. „Wir sehen jetzt immer mehr von der Spitze des Eisbergs“, sagte Weichert. Er selbst erhalte seit Bekanntwerden der ersten Fälle Hinweise aus ganz Deutschland. Besonders begehrt seien offenkundig die Daten von Lotterie- und Loskäufern.

Thomas Hagen von der Verbraucherschutzzentrale Schleswig-Holstein sagte der Zeitung, vor allem in Wirtschaftsunternehmen würden Personendaten abgefischt. Von Datenklau-Skandalen seien alle Branchen bedroht, in denen Daten gesammelt würden, auch Behörden. Selbst unter diesen gebe es illegalen Datenaustausch: „Wenn Sie Ihr Auto beim TÜV angemeldet haben, steht doch meistens einige Woche später die GEZ wegen der Anmeldung ds Autoradios vor der Tür“, wird Hagen zitiert.

Ermittlungen gegen LottoTeam

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt unterdessen wegen Betrugs gegen das Unternehmen LottoTeam. Es lägen Anzeigen mehrerer Verbraucher vor, sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld. Demnach soll das Unternehmen Kunden angerufen und später Geld von deren Konten abgebucht haben, obwohl kein Vertrag zustandegekommen sei.

Der Branchenverband Bitkom forderte schärfere Strafen, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Um den Datenklau wirkungsvoller zu bekämpfen, müsse zudem die finanzielle und personelle Ausstattung des Bundesdatenschutzbeauftragten verbessert werden. Aber auch innerhalb der Firmen müsse der Datenschutz einen hohen Stellenwert haben, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder der „Berliner Zeitung“.

Die bislang aufgedeckten Fälle nannte der Verbandsvertreter „äußerst beunruhigend“. Die Ursache sei aber nicht in fehlenden Gesetzen zu suchen. „Was den Verbraucherschutz und den Schutz von Kundendaten angeht, haben wir in Deutschland mit die strengsten Regeln der Welt“, wird Rohleder zitiert.

Verbraucher müssen umdenken

Datenschützer raten Verbrauchern, ihre Kontoauszüge regelmäßig überprüfen; unrechtmäßig abgebuchte Beträge können innerhalb von sechs Wochen zurückgebucht werden. Notfalls können wiederholt Geschädigte ihre Kontonummer wechseln.

Für die Zukunft sollte man umdenken und Daten nur äußerst sparsam weitergeben. Gegebenenfalls müssten Verbraucher auf Geschäfte verzichten, die ein Einverständnis zur Datenweitergabe voraussetzen. Sensible Daten wie Kontoverbindungen sollten nur Geschäftspartnern gegeben werden, die man aus freien Stücken kontaktiert habe und die vertrauenswürdig seien. (AP)

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