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Kanada-Bildergalerie Forscher prüften Stammbäume: Kanadas erste Siedler hatten mehr Kinder

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03.11.2011

Welche Charaktereigenschaften mussten Siedler haben, um in eine ungewisse Zukunft in ein raues Land wie Kanada aufzubrechen? Foto: Dieter Schuetz/www.pixelio.de
Welche Charaktereigenschaften mussten Siedler haben, um in eine ungewisse Zukunft in ein raues Land wie Kanada aufzubrechen?

Foto: Dieter Schuetz/Pixelio

Bern/Montreal - Pioniergeist kann sich auszahlen: Forscher aus der Schweiz und Kanada haben herausgefunden, dass die ersten Siedler, die ein Gebiet in der Kanadas Provinz Quebec kolonisierten, mehr Kinder bekamen als Nachzügler.

Stammen die heutigen Menschen in der Region von den ersten Siedlern ab - oder von Menschen, die erst später in neu erschlossene Gebiete zogen? Laurent Excoffier von der Universität Bern und vom Schweizerischen Institut für Bioinformatik (SIB) untersuchte mit Kollegen aus Kanada, wie sich das Pioniertum im Erbgut der späteren Populationen niederschlug.

Die Daten sprechen eine deutliche Sprache: Ein Großteil der Bevölkerung, die heute in dem Gebiet lebt, hat Vorfahren, die zu den Pionieren und Erstbesiedlern neuer Gebiete gehörte. Die ersten Siedler hatten deutlich mehr Kinder als Siedler, die ihnen später nachfolgten.

Den Vorfahren auf der Spur

Für die Studie überprüften die Forscher die Kirchenregister die bis ins Jahr 1686 zurückreichen. Sie sahen sich Stammbäume von über einer Million Menschen, die in der Region Charlevoix Saguenay-Lac-St-Jean nordöstlich der Stadt Quebec an.

Anfang des 17. Jahrhunderts wurde Quebec erstmals von Europäern besiedelt. Rasches Bevölkerungswachstum und die Entwicklung der holzverarbeitenden Industrie führten dazu, dass bis ins 19. Jahrhundert hinein immer neue Gebiete besiedelt wurden.

Fruchtbares Land heißt mehr Kinder

Die Forscher berechneten, dass die Frauen die früher da waren 15 Prozent mehr Kinder bekamen. 40 Prozent der Pionier-Familien hatten mehr als fünf Kinder; bei den Nachzüglern waren es nur 26 Prozent. Pionier- Frauen heirateten im Schnitt ein Jahr jünger als später ankommende Frauen.

"Menschen konnten jünger heiraten, weil in den neuen Gebieten mehr Farmland zur Verfügung stand, während gutes Land in den Kerngebieten häufig bereits besetzt war", so Laurent Excoffier.

Kanada als Beispiel

Die im Fachmagazin "Science" veröffentlichte Studie beleuchtet einen winzigen Ausschnitt aus der Entwicklung des Menschen. Doch Neubesiedelungen und -entdeckungen seien eine enorme Erfolgsgeschichte bei der Erschließung des Planeten, so die Forscher. Es sei wahrscheinlich, dass ein großer Teil der Vorfahren der Menschheit solche Pioniere gewesen seien.

Das hieße, dass sich im Lauf der Zeit Charakterzüge durchsetzten, die Auswanderung und Neubesiedelung begünstigten. Die Folge davon seien die menschliche Neugier und das Verlangen, immer über die nächste Bergspitze oder den nächsten Hügel zu schauen, schreibt das SIB.

(dapd)

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