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Forschere Töne der UBS bei der Krisenbewältigung

DAPD

13.04.2008

Zürich – Die UBS reagiert mit forscheren Tönen und konkreten Schritten auf externe Kritik an der Krisenbewältigung. Der designierte Ospel-Nachfolger Peter Kurer und Konzernchef Marcel Rohner machten in Interviews vom Wochenende auch positive Anzeichen auf den Märkten aus. Abgeschafft wird der Präsidialausschuss im Verwaltungsrat.

„Wir sind in der Endphase dieser Episode“, sagte Rohner der der „SonntagsZeitung“ auf die Frage, ob die Finanzkrise überstanden sei. „Ich glaube, dass wir zurzeit nicht schlechter dastehen als unsere Konkurrenten“, erklärte der designierte Verwaltungsratspräsident Kurer der „Neuen Zürcher Zeitung“ (Samstagausgabe).

Erstmals seit seiner Nominierung für die Nachfolge von Marcel Ospel skizzierte der Chefjurist einen detaillierten Weg aus der Krise und antwortete damit jenen Kritikern, die wie der frühere UBS-Konzernchef Luqman Arnold an seinen Fähigkeiten zur Übernahme des Verwaltungsratspräsidiums zweifeln. Die UBS will demnach bescheidener, ehrlicher und transparenter werden, die Verantwortlichkeiten an der Bankspitze klarer regeln, aber am Ein-Bank-Modell festhalten.

Auf die dringendsten Aufgaben bei der Krisenbewältigung angesprochen, sagte Kurer, der Vertrauensverlust und der Reputationsschaden müssten jetzt unbedingt in Ordnung gebracht werden. Dies könnte allerdings zwei bis drei Jahre dauern. Noch in diesem Jahr dürften aber der Sturm überstanden und das Fallholz aufgeräumt sein.

Rasch will die UBS die Probleme bei der Corporate Governance angehen. So wird das bisherige Machtzentrum im Verwaltungsrat in Form des dreiköpfigen Präsidialausschusses gemäss Kurer abgeschafft und durch zwei Ausschüsse ersetzt, einen Strategie- und einen Risikoausschuss. Damit soll eine klare Abgrenzung zwischen den Kompetenzen von Konzernchef Rohner und den Aufgaben des Verwaltungsrats in Strategie- und Aufsichtsfragen geschaffen werden.

Nicht auf die Ratschläge Arnolds und anderer Experten will Kurer bezüglich des Geschäftsmodels eingehen. Die UBS werde am integrierten Modell mit Vermögensverwaltung und Investmentbank festhalten. Bei der Investmentbank, deren Exzesse die UBS in die Krise geritten hatten, soll allerdings Remedur geschaffen werden. „Die Investmentbank muss für unsere privaten und institutionellen Kunden da sein, nicht das Geld unserer Aktionäre riskieren“, sagte Kurer.

Die grösste Schweizer Bank, die sich in der Vergangenheit auch dem Vorwurf der Arroganz ausgesetzt sah, strebt auch eine aktive Imagepflege an. „Wir müssen mit Bescheidenheit auftreten, im Wissen, dass wir in einem Dienstleistungsgeschäft tätig sind. (...) Und schliesslich müssen wir transparenter werden, auch ehrlicher im Auftritt sein“, sagte der designierte Ospel-Nachfolger.

Rohner sieht die Grossbank auf dem Weg aus der Talsohle. Diese sei zwar noch nicht durchschritten. „Aber wir sind nicht mehr am tiefsten Punkt“, sagte der Konzernchef. Auf der Kundenseite gehe es nun darum, das zerstörte Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Rohner bestätigte, dass vor allem in der Schweiz viele verärgerte und enttäuschte Kunden abgewandert sind. Weltweit sei man beim Neugeldzufluss aber noch leicht positiv. Zum bevorstehenden Stellenabbau bei der Investmentbank will die UBS im Mai Zahlen nennen. Die meisten der rund 300 Investmentbanker, die die Hauptverantwortung für das Debakel der UBS trugen, hätten die Bank bereits verlassen müssen. (AP)

 

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