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Stuttgart – Extreme Schockerlebnisse können bei gesunden Menschen ähnliche Beschwerden wie bei einem Infarkt auslösen. Dann krampfen sich die Herzkammern zusammen und erinnern an eine japanische Tintenfischfalle, einen „Takotsubo“, nach dem die Erkrankung bezeichnet wird, wie Christoph Nienaber von der Universität Rostock in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“ berichtet.
Der Kardiologe, der dieses so genannte Broken-Heart-Syndrom (Syndrom der gebrochenen Herzen) erstmals in Deutschland untersuchte, berichtet über sechs Fälle von außergewöhnlichen Stresssituation: Zwei Patientinnen waren kurz vor dem Ertrinken gerettet worden, eine weitere war Opfer eines Überfalls geworden, die anderen hatten schwere psychische Krisen durchgemacht.
Alle diese Schockerlebnisse hatten laut Nienaber zu einer massiven Ausschüttung von Stresshormonen geführt. Anders als beim Herzinfarkt, der durch den Verschluss eines Herzkranzgefäßes ausgelöst wird, waren die Befunde der Herzkatheter-Untersuchung jedoch bei allen Patientinnen normal. Erst nachdem Kontrastmittel in die Herzkammern der Betroffenen gespritzt wurden, konnte das Takotsubo-Syndrom erkannt werden.
Alle sechs Patienten waren Frauen nach den Wechseljahren. Die meisten erholten sich nach der Gabe von Medikamenten, die das Herz beruhigen (Betablocker) und die Erholung verbessern (ACE-Hemmer). Das Takotsubo-Syndrom ist sehr selten. Nienaber schätzt, dass auf eine Million Menschen nur zwei bis zehn kommen, die im Lauf ihres Leben daran erkranken.
(AP)