Marburg/Wiesbaden – Eine Bund-Länder-Kommission hat grünes Licht für eines der größten geisteswissenschaftlichen Forschungsvorhaben in Deutschland gegeben. Wie das hessische Wissenschaftsministerium am Montag berichtete, wird das Projekt „regionalsprache.de“ an der Uni Marburg in den kommenden 19 Jahren mit insgesamt 14 Millionen Euro gefördert. Ziel sei es, Stand und Entwicklung der deutschen Sprache in den Regionen zu erforschen.
Das Geld wird je zur Hälfte vom Bund und vom Land Hessen bereit gestellt. Die Marburger Forscher verwiesen darauf, dass die deutschen Dialekte durch die Hochsprache zurückgedrängt wurden, aber keineswegs ausgestorben sind. Vielmehr sei ein Zusammenwirken von Hochsprache und Dialekten in „modernen Regionalsprachen“ zu beobachten. Dies präge auch die gesprochene Alltagssprache. Aufgabe der an dem Projekt beteiligten Forscher sei es nun, eine bundesweit flächendeckende Spracherhebung durchzuführen und die Alltagssprache in den einzelnen Regionen zu dokumentieren und zu analysieren.
Wie das Wissenschaftsministerium erklärte, eröffnet das Projekt neben der sprachlichen Grundlagenforschung Möglichkeiten zur praktischen Anwendung. Anwendungsfelder seien unter anderem der Sprachunterricht sowie die Verbesserung von Programmen zur elektronischen Sprachverarbeitung. Auch Methoden zur kriminalistischen Erkennung von Straftätern anhand von Sprachmustern ließen sich auf der Basis der Forschungsergebnisse verbessern. (AP)
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