Lebensmittel - Aktuelle Nachrichten – Fragen und Antworten zum Thema Wasser – Samuel Heller
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Aktuelle Nachrichten – Lebensmittel

Wie sicher ist unser Trinkwasser? Fragen und Antworten zum Thema Wasser

Samuel Heller

22.03.2009

(Sonja Winzer/Pixelio)
(Sonja Winzer/Pixelio)

Frankfurt/Main – Die Verbraucher in Deutschland müssen sich im internationalen Vergleich wenig Sorgen um ihre Versorgung mit Wasser machen. Dennoch gibt es immer wieder Diskussionen um das grundlegende Lebensmittel aus der Leitung. Nachstehend Antworten auf einige Fragen zum Trinkwasser:

Das Trinkwasser gilt als das am besten überwachte Lebensmittel in Deutschland. Wer kontrolliert eigentlich?

Grundsätzlich ist die Wasserversorgung Sache der Bundesländer. Bundesweit ist aber in der Trinkwasserverordnung des Gesundheitsministeriums geregelt, was die Versorger selbst und was die Behörden kontrollieren müssen und was die Wasserwerke den Bürgern direkt oder den Gesundheitsämtern melden müssen. Dazu gibt es eine laufend aktualisierte Liste des Umweltbundesamts im Internet unter umweltbundesamt.de, welche Chemikalien bei der Aufbereitung des Wassers zugesetzt werden dürfen, wie der Leiter des entsprechenden Fachbereichs, Hartmut Bartel, erklärt.

Wo wird dem Trinkwasser was zugesetzt?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. „Es gibt je nach Art der Wassergewinnung Orte, wo das Wasser nicht aufbereitet werden muss, und andere, wo man mehr tun muss“, sagt Bartel.

Gibt es Probleme bei der Qualität?

Zuletzt sorgte eine Untersuchung der Verbraucherorganisation Foodwatch für Wirbel, nach der das Trinkwasser in einigen Regionen um das Drei- oder Vierfache über dem empfohlenen Richtwert mit Uran belastet ist. Die Verbraucherschutzminister einigten sich daraufhin auf die Einführung eines verbindlichen Grenzwerts. Bei anhaltender Aufnahme höherer Konzentrationen von Uran kann es zu Nierenschäden und Krebs kommen.

Die großen Unterschiede bei den Preisen der Versorger sorgen immer wieder für Kritik. Sind die Preise wirklich zu hoch?

„Es gibt zwar nicht pauschal bei allen Versorgern Potenzial für niedrigere Preise, aber bei einigen“, sagt der Wasserexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Otmar Lell. Reine Preisvergleiche seien zwar nicht der Weisheit letzter Schluss, da die Voraussetzungen unterschiedlich seien und die Qualität auch wichtig sei. „Es stimmt aber auch nicht, dass man die Preise überhaupt nicht vergleichen kann“, erklärt Lell.

Was sagen die Versorger?

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) verweist darauf, dass es auch bei Unternehmen vergleichbarer Größe Strukturunterschiede wie die Länge der Leitungen oder die Zahl der Kunden gebe. „Einfluss auf Kosten und Preise haben außerdem die geografischen und geologischen Rahmenbedingungen, die ganz unterschiedliche Investitionen erfordern“, sagt Hauptgeschäftsführer Martin Weyand.

Steigen wegen des sogenannten Cross-Border-Leasings die Preise?

In Baden-Württemberg klettern die Preise, weil die Landeswasserversorgung mit Verlust aus dem Geschäft mit US-Investoren aussteigt. Bundesweit verkauften Kommunen in den vergangenen Jahren unter anderem Wasserleitungen und leasten sie zurück, um von einem Steuertrick zu profitieren. Seit der Finanzkrise rechnet sich das undurchsichtige Geschäft aber nicht mehr.

Wie lässt sich Wasser sparen?

Zum Beispiel mit sparsamen Haushaltsgeräten, Aufsätzen an den Wasserhähnen, die den Durchfluss verringern, oder Spartasten bei der WC-Spülung. Hausbesitzer können den Verbrauch zusätzlich verringern, indem sie Regenwasser nutzen.

Ist es richtig, dass man nicht zu sparsam sein sollte, damit das Wasser nicht zu lang steht?

Die Verbraucherzentrale Hessen macht darauf aufmerksam, dass Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung stand, Bakterien oder gelöste Metalle aus den Rohren enthalten kann. Dieses Wasser solle daher nicht für Säuglingsnahrung, Speisen oder als Getränk verwendet werden. Allerdings müsse man auch nicht extra regelmäßig das Wasser laufen lassen. Das abgestandene Wasser könne zum Spülen oder Duschen benutzt werden.

Sind Filter empfehlenswert?

Eine Aufbereitung des Trinkwassers mit Filtern oder Enthärtungsanlagen ist in Deutschland laut Stiftung Warentest fast immer überflüssig und kann die Qualität sogar noch verschlechtern. Selbst wenn das Trinkwasser wegen alter Bleirohre im Haus mit Schwermetall belastet sei, sei eine Filteranlage allenfalls eine Übergangslösung. Auf Dauer müssen die Bleirohre herausgerissen und mit neuen Leitungen ersetzt werden.

http://www.umweltbundesamt.de

http://verbraucher.de (AP)

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