Paris – Ganz im Zeichen Europas hat Frankreich am Samstag seinen Nationalfeiertag begangen. Präsident Nicolas Sarkozy führte zum ersten Mal die Militärparade auf den Champs-Élysées an, zu der er Soldaten aus allen Mitgliedsländern der Europäischen Union eingeladen hatten.
Gemeinsam mit Sarkozy wollten sich EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der Außenbeauftragte Javier Solana, der Präsident des EU-Parlaments, Hans-Gert Pöttering, und EU-Ratspräsident José Socrates den Rest der Parade anschauen. Ebenfalls eingeladen war der Emir von Katar, dessen Sohn Offizier auf der Militärakademie Saint-Cyr ist. Schon am Vorabend hatte Sarkozy seine Unterstützung für eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik betont. „Die Basis für eine europäische Verteidigung besteht“, erklärte er in einer Rede vor europäischen Verteidigungsministern und französischen Offizieren. „Wir müssen sie wachsen lassen.“
Europäisch ausgerichtet war auch das Unterhaltungsprogramm für den Nationalfeiertag: Das Staatsoberhaupt buchte die Band Tokio Hotel für ein Sonderkonzert. Neben dem französischen Kultpopper Michel Polnareff und Nelly Furtado sollten die vier Jungs aus Magdeburg am Samstag vor einer halben Million Menschen unter dem Eiffelturm auftreten. Das Konzert sei eine Botschaft für das neue Frankreich, erklärt der Élysée-Palast.
Frankreich erinnert am 14. Juli an den Sturm auf die Bastille im Jahr 1789. Im ganzen Land finden Paraden und Straßenfeste statt. Der Fall des Gefängnisses symbolisiert den Beginn der Französischen Revolution mit dem Sturz der alten Adelsherrschaft und dem Beginn einer langwierigen Zeit des Umbruchs mit Auswirkungen für ganz Europa. (AP)
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