Aktuelle Nachrichten – Europa
03.07.2012
Foto: Lionel Bonaventure/AFP/GettyImages)
Paris – Nicolas Sarkozy im Visier der französischen Justiz: Wegen des Verdachts auf illegale Finanzierung seines Wahlkampfs haben Ermittler nach Behördenangaben das Wohnhaus und das Büro des früheren französischen Präsidenten durchsucht. Dabei geht es vor allem um Geld, das die reichste Frau Frankreichs, die L'Oréal-Erbin Lilliane Bettencourt, Sarkozys Partei im Wahlkampf 2007 zukommen haben lassen soll. Durch die Niederlage bei der Präsidentschaftswahl hatte Sarkozy auch seine Immunität verloren. Er selbst bestreitet jegliches Fehlverhalten.
Die Durchsuchung von Sarkozys Wohnhaus und Büro sei von Richter Jean-Michel Gentil und Beamten der Polizeiabteilung für Wirtschaftsverbrechen vorgenommen worden, sagte der Behördenvertreter, der anonym bleiben wollte. Sarkozy nahm zunächst keine Stellung.
Bettencourts Wohnsitz im vornehmen Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine war bereits im März durchsucht worden. Die Beschuldigungen gegen sie und Sarkozy gehen allerdings bis 2010 zurück. Damals hatte einer ihrer Buchhalter erklärt, er habe dem Schatzmeister von Sarkozys Partei 50.000 Euro in bar zur Finanzierung des Wahlkampfs 2007 übergeben. Nach französischem Recht sind nur Einzelspenden bis maximal 4.600 Euro zulässig. In einem im Vorjahr erschienen Buch wurde Sarkozy indirekt beschuldigt, auch selbst nicht angegebene Wahlkampfspenden erhalten zu haben. Auch diese Vorwürfe stritt Sarkozy ab.
(dapd)
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