Aktuelle Nachrichten – Menschen
18.09.2012
Foto: AP/Remy de la Mauviniere
Nanterre – Das britische Königshaus hat sich erfolgreich gegen die Veröffentlichung der Oben-ohne-Fotos von Prinz Williams Frau Kate gewehrt: Ein Gericht im Pariser Vorort Nanterre stoppte am Dienstag die weitere Veröffentlichung der Aufnahmen. Die französische Zeitschrift "Closer" muss der Herzogin von Cambridge die Bilder innerhalb von 24 Stunden zurückgeben. Falls nicht, droht eine Geldstrafe von 10.000 Euro pro Tag.
"Die Fotos, die die Intimität eines Paares in Strandkleidung auf der Terrasse eines Privathauses zeigen, sind besonders aufdringlicher Natur", hieß es in der Urteilsbegründung. Sie verletzten die Privatsphäre von William und Kate.
Die teilweise verschwommenen Bilder, die "Closer" am Freitag veröffentlicht hatte, seien nicht von allgemeinem Interesse, "da sie nicht mit den offiziellen oder öffentlichen Auftritten in Zusammenhang stehen". Das Paar begrüßte die Gerichtsentscheidung in einer Erklärung. Eine Anwältin des Königshauses sprach von einem "wunderbaren Urteil".
10.000 Euro Strafe pro Tag drohen
Falls der Mondadori-Verlag, in dem "Closer" erscheint, die Fotos nicht bis Mittwochmittag an die Herzogin von Cambridge zurückgibt, muss das Verlagshaus pro Tag 10.000 Euro Strafe zahlen. Das umstrittene Heft mit den intimen Aufnahmen darf allerdings weiter am Kiosk verkauft werden.
Die französische Ausgabe von "Closer" hatte in ihrer neuesten Ausgabe auf fünf Seiten Fotos veröffentlicht, auf denen Kate im Bikinihöschen auf der Sonnenterrasse ihres völlig abgeschiedenen Ferienhauses in Südfrankreich zu sehen ist. Das Königshaus erklärte daraufhin, damit sei eine "rote Linie" überschritten und leitete noch am selben Tag ein Eilverfahren gegen die Veröffentlichung ein.
Polizeiliche Ermittlung läuft noch
Nach der Entscheidung vom Dienstag laufen in Frankreich noch polizeiliche Ermittlungen zu einer Strafanzeige, die das Paar neben der Zivilklage gestellt hatte. Hier ermittelt eine spezielle Polizeieinheit wegen Verletzung der Privatsphäre und Belästigung.
Nach der französischen Ausgabe von "Closer" hatte am Montag auch das italienische Klatschblatt "Chi" die Fotos von Kate veröffentlicht. Auch "Chi" gehört zum Mondadori-Verlag des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.
Am Wochenende hatte auch die Zeitung "Irish Daily Star" die Bilder übernommen, die der Palast als "groteskes" Eindringen in die Privatsphäre sieht. Das Unternehmen Independent Star, zu dem das Blatt gehört, suspendierte am Montag Chefredakteur Michael O'Kane und leitete eine interne Ermittlung gegen ihn ein.
Die Fotos von Kate wurden dem britischen Rundfunksender BBC zufolge Anfang September im Feriendomizil des Neffen der Queen, Lord David Linley, in der südfranzösischen Provence aufgenommen.
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