Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
24.11.2006
Washington – Männer machen im Laufe ihres Lebens mehr traumatische Erfahrungen als Frauen. Dennoch wird bei Frauen häufiger eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert. Dies zeigt eine Analyse von 290 Studien aus den Jahren 1980 bis 2005. Demnach sind Frauen häufiger Opfer von sexueller Gewalt, Männer dagegen sind öfter in Unfälle, Überfälle, Katastrophen oder Kriege involviert, wie die Zeitschrift „Psychological Bulletin“ berichtet.
Die Forscher der Universitäten von Connecticut und von Pennsylvania schließen aus den Daten, dass sexuelle Traumatisierungen möglicherweise stärkeres emotionales Leid hervorrufen als andere Trauma-Arten. Dies allein kann die erhöhten PTBS-Raten von Frauen jedoch nicht erklären, denn auch bei gleicher Art von Traumatisierung waren die Konsequenzen für Frauen gravierender. Möglicherweise, so vermutet der Forscher David Tolin, äußern sich die Symptome bei Männern anders als bei Frauen: So berichteten Männer nach traumatischen Erlebnissen seltener von Angst oder Depression, aber eher von Verhaltensproblemen, Wut oder Drogenkonsum.
(Quelle: „Psychological Bulletin“, Vol. 132, S. 959-992)
(AP)