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Business Angel Friedrich Georg Hoepfner: "Unternehmer ist der härteste Job"

DAPD

21.07.2012

Business Angel Friedrich Georg Hoepfner in Karlsruhe.   Foto: Daniel Maurer/dapd
Business Angel Friedrich Georg Hoepfner in Karlsruhe.

Foto: Daniel Maurer/dapd

Business Angel Friedrich Georg Hoepfner spricht über Zielgruppen, moralischen Anspruch und das Geld als scheue Jungfrau

Karlsruhe – Als Business Angel unterstützt Friedrich Georg Hoepfner Unternehmensgründer. Als Student gründete er seine erste Firma, bis heute sind es mehr als 70. Der Diplom-Braumeister, Wirtschaftswissenschaftler und promovierte Psychologe rief das Karlsruher Existentenzgründer-Netzwerk Cyberforum ins Leben und ist spezialisiert auf Internet- und Hightech. Mit Hoepfner sprach dapd-Korrespondent Philipp Heinz.

Wie sind Sie denn zum Business Angel geworden?

Hoepfner: Ich habe schon als Student angefangen. Eigentlich durch den Bedarf, ein bisschen kaufmännischen Verstand in technisch orientierte Firmengründungen reinzubekommen. Wobei meine Kenntnisse eigentlich geringer waren, als ich dachte. Aber davon lässt man sich ja nicht beirren, wenn man 25 ist.

Sind Sie an Ihren ersten Firmen noch investiert?

Hoepfner: Nein, das Prinzip eines Business Angels ist, dass man da nach einer Weile wieder aussteigt. Ich bin der Anstoßertyp. Wenn die Firmen groß werden, Organisatoren brauchen, Verwaltungsleute, dann ist das nicht mehr so mein Ding.

Angenommen, ich hätte vor kurzem mit einer guten Idee eine Firma gegründet und säße jetzt bei Ihnen an diesem Tisch. Wie würden Sie mir dann helfen?

Hoepfner: Sie sind ein junger Mann und waren noch nie Abteilungsleiter, da wissen Sie natürlich nicht, wie man eine Abteilung leitet. Und plötzlich haben Sie eine. Da gebe ich dann viele kleine praktische Hilfestellungen, zum Beispiel bei der Organisation des Büros. Der zweite Bereich sind die Kontakte. Wenn Sie zum Beispiel Solarzellen verkaufen, dann helfe ich Ihnen, ein paar Händler zu finden.

So konkret also?

Hoepfner: Ja, sonst ist das keine Hilfe. Das dritte ist dann die Strategiediskussion. Oft besteht meine Aufgabe als Business Angel darin, den jungen Unternehmern zu helfen, sich zu konzentrieren. Speziell, wenn Sie als junges Unternehmen noch nicht so stark im Markt sind, dann müssen Sie zum Beispiel eine klar definierte Zielgruppe finden. Sei es, dass alle potenziellen Kunden ledige Mütter sind, sei es, dass alle Pflegebedarf zu Hause haben.

Business Angel Friedrich Georg Hoepfner vor der Hoepfner Burg in Karlsruhe.
Business Angel Friedrich Georg Hoepfner vor der Hoepfner Burg in Karlsruhe.

Foto: Daniel Maurer/dapd

Wie sieht denn ein gutes Gründer-Team aus?

Hoepfner: Engagiert, kompetent und ehrgeizig. Aber viele machen den Fehler, dass sie homogene Gruppen bilden. Im Extremfall tun sich fünf Ingenieure zusammen. Das braucht man aber nicht. Man braucht im Idealfall sich ergänzende Fachkenntnisse, etwa einen Ingenieur, einen Verkäufer, einen Juristen und so weiter.

Wie geht es nach der Strategiefindung weiter?

Hoepfner: Dann kommt die Personalentwicklung. Junge Unternehmer haben ständig Ideen, die sich als nicht durchführbar herausstellen. Es ist eine hohe Anforderung an das Management, in dieser wechselnden Umgebung noch erfolgreich zu sein, unter schwierigsten Bedingungen. Unternehmer ist der härteste Job, den die Marktwirtschaft zu bieten hat.

Wieso tun sich junge Leute das überhaupt an?

Hoepfner: Unternehmer ist eben auch der wichtigste und der lohnendste Beruf, den es gibt. Manchmal auch finanziell, aber nicht nur. Es geht auch um die Selbstentwicklung. Wir investieren eigentlich in Teams, in Menschen. Man kann sich streiten und nachher eine tolle Lösung haben. Oder man kann sich streiten mit dem Ergebnis, dass am Ende das Blut fließt. Bei der Entwicklung einer Unternehmenskultur ist auch ein Business Angel gefragt. Wir haben auch einen ethischen Anspruch und sagen den Jungs sogar manchmal: "Das macht man nicht!"

Und Sie demonstrieren ja, dass man auch mit moralischem Anspruch Erfolg haben kann. Das Modell des ehrbaren Kaufmanns war ja in den 90er und 2000er Jahren nicht mehr so angesagt.

Hoepfner: Ich glaube aber, dass genau danach wieder Bedarf besteht. In unserer heutigen Umgebung kann man schon ein ehrlicher Mensch bleiben und trotzdem Unternehmer werden. Das wollen wir auch fördern.

Apropos Fördern, was tun Sie denn für die Finanzierung junger Unternehmen? Weiterlesen auf Seite 2

 

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