Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Fronten in Thailand nach blutigen Zusammenstößen verhärtet – Jocelyn Gecker
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Mindestens 20 Tote in Bangkok Fronten in Thailand nach blutigen Zusammenstößen verhärtet

Jocelyn Gecker

11.04.2010

Ein verletzter Demonstrant wird nach einem Zusammenstoß mit Soldaten von Gleichgesinnten davon getragen. Foto: AP Photo/Sakchai Lalit
Ein verletzter Demonstrant wird nach einem Zusammenstoß mit Soldaten von Gleichgesinnten davon getragen.

Foto: AP Photo/Sakchai Lalit

Bangkok (apn) Nach dem Tod von 20 Menschen bei schweren Zusammenstößen in Bangkok stehen sich Regierung und Opposition in Thailand unversöhnlicher denn je gegenüber. „Die Rothemden werden niemals mit Mördern verhandeln“, sagte einer der Führer der Protestbewegung, Jatuporn Prompan, am Sonntag. „Es ist unsere Pflicht, die Toten zu ehren, indem wir diesem Land die Demokratie bringen.“

Mehr als zwei Stunden lang lieferten sich die in Rot gekleideten Demonstranten rund um das Denkmal der Demokratie eine Straßenschlacht mit Soldaten. Die Regierungsgegner warfen mit Brandsätzen, es fielen Schüsse. Unter den 20 Toten sind auch vier Soldaten und ein japanischer Kameramann der Nachrichtenagentur Reuters. Mindestens 825 Menschen wurden verletzt, wie das Krisenzentrum Erawan mitteilte. Ein japanischer Tourist, der zufällig ein rotes Hemd anhatte, wurde von Soldaten verprügelt, bis ihm andere zu Hilfe kamen.

Mehrere tausend Demonstranten strömten am Sonntag zurück in den Stadtteil an der Khao-San-Straße. Dort zeugen Geschosshülsen, Steine und Blut auf der Straße von den blutigsten Zusammenstößen in der Geschichte Thailands seit 1992. Demonstranten zeigten einen Haufen von Schusswaffen, die sie von Soldaten erbeutet haben. Auch 28 Soldaten wurden von Regierungsgegnern gefangen genommen und später wieder freigelassen.

Die Oppositionsbewegung lehnt die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva mit der Begründung ab, diese sei ohne das Mandat einer Wahl an die Macht bekommen. Die seit einem Monat in Bangkok versammelten Anhänger des 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra verlangen die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen. Die in der Symbolfarbe Rot gekleideten Demonstranten gehören vor allem der armen Landbevölkerung an, während die Regierung ihren Rückhalt in den städtischen Eliten hat.

Ministerpräsident Abhisit machte in einer Fernsehansprache deutlich, dass er sich dem Druck der Straße nicht beugen will. Die Behörden erließen Haftbefehle gegen 27 Führer der Protestbewegung, von denen zunächst aber offenbar keiner vollstreckt wurde. Die Regierung hat bereits am vergangenen Mittwoch den Ausnahmezustand verhängt.

Ungeachtet des damit verbundenen Demonstrationsverbots will die Protestbewegung an ihren Aktionen festhalten. Am (morgigen) Montag wollen sie zunächst ihre Toten durch die Straßen tragen. (AP)

 

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