Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
23.08.2010
New Orleans (apn) Fünf Jahre nach dem Hurrikan „Katrina“ haben noch immer tausende der damals obdachlos gewordenen Kinder psychische Probleme. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Universität von Columbia gemeinsam mit der Stiftung für Kindergesundheit (CHF) durchgeführt hat. Diese Kinder benötigten dringend therapeutische Hilfe, forderte CHF-Präsident Irwin Redlener.
Als der Hurrikan am 29. August 2005 über New Orleans hinwegfegte, mussten Hunderttausende ihre Wohnungen verlassen. Etwa 500.000 Menschen waren drei Monate oder länger in provisorischen Unterkünften untergebracht, darunter mehr als 160.000 Kinder. Dem am Montag veröffentlichten Bericht zufolge zeigen etwa 20.000 dieser Kinder noch heute Verhaltensauffälligkeiten oder haben nach wie vor keine permanente Bleibe. Ohne staatliche Unterstützung könnten sich diese Probleme noch im Erwachsenenalter manifestieren, warnte Redlener.
Für die Studie wurden seit Februar 2006 – sechs Monate nach „Katrina“ – bis März dieses Jahres mehr als 1.000 betroffene Familien in den US-Staaten Louisiana und Mississippi befragt. Gut die Hälfte der Eltern oder Sorgeberechtigten gab an, ihrer Meinung nach benötigten ihre Kinder professionelle Hilfe, könnten diese aber aus verschiedenen Gründen nicht in Anspruch nehmen. Häufig fehlte es an Informationen über entsprechende Anlaufstellen, an Geld oder Transportmöglichkeiten.
Redlener appellierte an die Behörden, den betroffenen Kindern trotz Sparzwängen infolge der Wirtschaftskrise zu helfen: „Entweder man zahlt jetzt oder später – und später wird es außerordentlich teuer.“ (AP)
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