Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
23.02.2009
Wolfsburg – Beim größten europäischen Autobauer VW hat für rund 60.000 der 92.000 deutschen Mitarbeiter fünftägige Kurzarbeit begonnen. Ausgenommen sind Forschung und Entwicklung sowie Teile der Komponentenwerke, wie Volkswagen am Montag mitteilte. Allein im Hauptwerk Wolfsburg werden wegen der gestoppten Bänder nach Schätzungen 15.000 Autos weniger produziert. Über weitere Kurzarbeit gebe es keine Beschlüsse, sagte ein Sprecher.
Die Überstundenkonten sind nach Angaben des Betriebsrates weitestgehend abgebaut. Die betroffenen VW-Arbeiter müssten aber keine Nachteile hinnehmen, weil VW das Kurzarbeitergeld weitgehend aufstocke. Grund für die Kurzarbeit ist ein drastischer Einbruch der Nachfrage. VW rechnet für 2009 mit einem Minus beim Absatz von 10 bis 12 Prozent.
Mit der Kurzarbeit reiht sich Volkswagen in eine lange Reihe von Industrieunternehmen ein, die wegen der Konjunkturflaute die Produktion drosseln. Die Bundesanstalt für Arbeit geht nach einem Bericht für das erste Quartal 2009 von rund 700.000 bis 800.000 Erstanträgen auf Kurzarbeitergeld aus. Allein im Januar seien etwa 290.000 Anträge gestellt worden.
Zurzeit befinden sich beispielweise 50.000 Mercedes-Beschäftigte in Deutschland in Kurzarbeit. Audi dehnt die Kurzarbeit für 25.000 Mitarbeiter um eine Woche aus. BMW hat 27.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Zulieferer Continental hatte bereits im Januar 7.000 der 47.000 deutschen Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und kündigte eine Ausweitung an. Der angeschlagene Zulieferer Schaeffler meldete für 20.000 Mitarbeiter den Lohnersatz an. Siemens rechnet bis April mit 7.400 Mitarbeitern in Kurzarbeit. Bei der Lufthansa-Frachttochter gilt ab nächster Woche Kurzarbeit für rund 2.600 Mitarbeiter.
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz hatte am Donnerstag eine Verlängerung der Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld von 18 Monaten auf zwei Jahre in Aussicht gestellt. Die Union lehnt das ab. (AP)
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