Aktuelle Nachrichten – Europa
14.04.2009
Zürich/Bern – Am Vortag der mit Spannung erwarteten Generalversammlung, GV, der Grossbank UBS haben sich am Dienstag erneut kritische Stimmen gemeldet. Die Aktionärsgruppe Actares will eine „ethische“ UBS. Die Jungsozialisten sind gegen einen Abbau auf Kosten Lernender. An der Börse machte die UBS-Kurs einen markanten Sprung.
Nach Auffassung der Aktionärsgruppe Actares für nachhaltiges Wirtschaften ist zwar die am Mittwoch bevorstehende Wahl von alt Bundesrat Kaspar Villiger zum UBS-Verwaltungsratspräsidenten und die Einsetzung des früheren Credit-Suisse-Chefs Oswald J. Grübel als neuer UBS-Konzernchef ein Zeichen der Rückbesinnung auf traditionelle Werte, wie einer Actares-Mitteilung entnommen werden kann. Dies reiche aber nicht aus, um den grossen Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust der Grossbank wettzumachen, heisst es darin: Die UBS könne sich die Zukunft nur durch ethisches Umdenken sichern. Weder das Aktionariat noch die Schweizer Steuerzahler, die für die Rettung des Unternehmens grosse Opfer gebracht hätten, könnten dulden, dass die Bank ihr Überleben durch institutionalisierte illegale Praktiken aufs Spiel setze. Es brauche konkrete, überprüfbare Massnahmen, um künftig ethisches Handeln der Bank zu gewährleisten. Deshalb verlangt Actares ein „Ethik-Controlling“ innerhalb der UBS. Zudem hält die Gruppierung an ihrer Forderung fest, die Bank müsse gerichtlich gegen ihre ehemaligen Verantwortlichen vorgehen.
Die Jungsozialisten Schweiz, JUSO, wollen die Aktionäre veranlassen, unmittelbar vor der GV eine Petition zu unterschreiben, die sich gegen den Abbau von UBS-Lehrstellen wendet und sich für die Weiterbeschäftigung von Lehrabgängern ausspricht. Eine Unternehmung, die durch staatliche Unterstützung habe überleben können, dürfe nicht weiter Milliardenboni ausschütten, und schon gar nicht auf Kosten der Lernenden, teilte die JUSO Schweiz mit. Der UBS-Verwaltungsrat müsse dafür sorgen, dass alle Lehrabgänger und -abgängerinnen der Bank weiter beschäftigt und keine Lehrstellen abgebaut würden. Es dürfe nicht so weit kommen, dass es in der sich abzeichnenden Krise mit bis zu 250.000 Arbeitslosen Zehntausende jugendliche Erwerbslose gebe.
Unterdessen erlebte die UBS-Aktie an der Schweizer Börse einen Höhenflug. Ihr Kurs schnellte im Vergleich zum vergangenen Gründonnerstagabend um bis zu 16,35 Prozent auf 13,38 Franken hinauf. Am Nachmittag stand er mit 13,19 Franken weiterhin um 14,7 Prozent im Plus. Der Höhenflug wurde am Markt zum einen auf unerwartet gute Quartalsabschlüsse der US-Grossbanken Goldman Sachs und Wells Fargo zurückgeführt, zum andern aber auch auf die Erwartung, dass die UBS am Mittwoch massive Kostensenkungen und Personalabbauten bekannt geben werde. (AP)
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