Aktuelle Nachrichten – International
29.07.2005
Moskau - Die auch für Menschen lebensgefährliche Geflügelpest-Variante H5N1 hat sich offenbar von Fernost nach Russland ausgebreitet. Das Virus sei bei mehreren hundert toten Vögeln in der Region Nowosibirsk festgestellt worden, teilte das Landwirtschaftsministerium in Moskau am Freitag mit. Dort hatte vor zwei Wochen ein Massensterben unter Hühnern, Gänsen und Putern begonnen. Menschen sind nach bisherigen Erkenntnissen noch nicht an dem Virus erkrankt.
Der russische Regierungsexperte Gennadi Onischtschenko äußerte bereits zu Beginn der Woche den Verdacht, dass Zugvögel die Krankheit nach Russland eingeschleppt haben könnten. Das Wissenschaftsmagazin «Science» hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass der H5N1-Erreger bei Zugvögeln in Westchina festgestellt worden sei und vor einer weltweiten Ausbreitung des Virus gewarnt. In Vietnam, Thailand, Kambodscha und Indonesien hat die H5N1-Variante der Vogelgrippe seit 2003 bereits 57 Menschen das Leben gekostet.
Ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf rief Russland auf, Proben der verendeten Tiere an ein von der WHO anerkanntes Labor zu schicken. Um sicherzustellen, dass es sich bei dem gefundenen Erreger tatsächlich um H5N1 handele, seien zusätzliche Tests unabdingbar.
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