Aktuelle Nachrichten – Forschung
12.05.2012
Foto: AP Photo/National Geographic, Tyrone Turner
New York – In einer Ruine im Dschungel von Guatemala stießen Forscher auf den ältesten bisher bekannten Maya-Kalender der einstigen Hochkultur.
Bereits vor etwa 1.200 Jahren hielten die Maya ihre Beobachtungen der Gestirne fest, wie aus einem am Freitag im Fachmagazin "Science" veröffentlichten Artikel hervorgeht. Die Berechnungen umfassen den Angaben zufolge eine Zeitspanne von mehr als 6.000 Jahren – und gehen damit deutlich über Dezember 2012 hinaus.
"Warum sollten sie mit diesen Zahlen rechnen, wenn die Welt schon in diesem Jahr vor dem Ende stünde?", sagt der auf die Astronomie der Maya spezialisierte Wissenschaftler Anthony Aveni von der Colgate Universität im US-Staat New York. "Man könnte schon sagen, dass eine so große Zahl zumindest andeutet, dass die Zeit weitergehen wird".
Könige und andere Figuren eingezeichnet
Die neu entdeckten Aufzeichnungen des Maya-Volks befinden sich dem von Aveni und William Saturno von der Universität von Boston verfassten Artikel zufolge in der Ruinenstadt Xultun im Nordosten Guatemalas. An den Wänden eines kleinen Raumes seien die astronomischen Beobachtungen dort wie auf einer Schultafel notiert worden. Daneben seien auch Könige und andere Figuren aufgemalt.
An einer Wand ist nach Angaben der Wissenschaftler ein auf den Mondphasen beruhender Maya-Kalender aufgezeichnet, der über 13 Jahre reicht. Vermutlich sei dieser vor allem für religiöse Zwecke genutzt worden – etwa um festzustellen, welche Gottheit mit einer bestimmten Mondphase in Verbindung stehe.
Anhand der Daten hätten allerdings auch über Jahre im Voraus die Zeiten des Vollmondes berechnet werden können, sagt Aveni weiter. Damit sei es den Maya möglich gewesen, etwa den optimalen Zeitpunkt für kriegerische Angriffe zu bestimmen oder Prognosen bezüglich der zu erwartenden Ernte zu machen.
Auf einer anderen Wand seien vier Zeitspannen von etwa 935 bis 6.700 Jahren aufgezeichnet. Wofür genau sie stehen, ist den US-Forschern zufolge aber nicht klar. Möglicherweise hätten die Maya damit Berechnungen auf Grundlage ihrer Beobachtungen der Bewegungen von Planeten wie Mars und Venus aufgestellt.
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