Wirtschaftsnachrichten - Aktuelle Nachrichten Wirtschaft – Gabriel nennt Strompreiserhöhungen „Raubzug durch die Einkommen“ – DAPD
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Gabriel nennt Strompreiserhöhungen „Raubzug durch die Einkommen“

DAPD

03.12.2007

Berlin – Als „Raubzug durch die Einkommen der Menschen“ hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die für das neue Jahr angekündigten Strompreiserhöhungen bezeichnet. Der SPD-Politiker sagte am Montag in Berlin, die zunehmende Bereitschaft der Stromkunden zum Anbieterwechsel zeige jedoch erste Wirkung. Er lobte Äußerungen von RWE-Chef Jürgen Großmann, der alternative Strompreismodelle und ein Strompreismoratorium ins Gespräch gebracht hatte.

Gabriel unterstützte in dem Zusammenhang ausdrücklich die neue Kampagne der Verbraucherzentralen, den Stromanbieter zu wechseln. Dies sei eine „sehr erfolgversprechende Strategie“. Für die angekündigten Strompreiserhöhungen gebe es keine Begründung, die sich auf Auswirkungen von Gesetzgebung oder Rohstoffpreise berufen könne. Im vergangenen Jahr habe der Durchschnittserlös für eine Kilowattstunde erstmals über zehn Cent gelegen, im laufenden Jahr seien bereits Strompreiserhöhungen erfolgt.

Mit einer weiteren Erhöhung zum Jahreswechsel wollten die Konzerne vielmehr eine zweite Runde „leistungsloser Gewinne“ einläuten, erklärte Gabriel. In der ersten Runde hätten sie bereits Verschmutzungszertifikate kostenlos erhalten.

„Jeder Wechsel lohnt sich“

Der Vorstand der Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv), Gerd Billen, erklärte, neben E.ON und RWE wollten mindestens 318 weitere Versorger die Strompreise um bis zu 25 Prozent erhöhen. Gerade Familien könnten je nach Region zwischen 50 und 240 Euro durch einen Wechsel sparen. „Jeder Wechsel lohnt sich,“ sagte er. Dies hätten Strompreisuntersuchungen in den 100 größten deutschen Städten gezeigt. Auch wer zu einem Ökostromanbieter wechsle profitiere: In 90 Prozent der Fälle sei Ökostrom billiger als der normale Strom des Grundversorgers.

Die Bundesnetzagentur rechnet den Angaben zufolge mit einer Million Wechslern im laufenden Jahr. Das seien doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Laut vzbv wollen 96 Prozent von 6.300 befragten Stromkunden ihren Stromanbieter wechseln. Rund acht Prozent hätten erklärt, ihren Anbieter seit August gewechselt zu haben. 2,2 Prozent hätten sich für Ökostrom entschieden.

Neben dem Anbieterwechsel ist laut Billen auch Stromsparen im Kampf gegen die Kosten wichtig. Er wiederholte vier Grundregeln für einen Dreipersonenhaushalt, die die etwa 65 Euro Mehrkosten für Strom im kommenden Jahr abfangen sollen: Stand-by beim Fernseher konsequent abschalten, Energiesparlampen eindrehen, einmal die Woche mit 40 Grad waschen und „kürzer föhnen“. Tricks zum Stromsparen hätten die über 400 Beratungsstellen parat.

http://www.verbraucherzentrale.de

http://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de (AP)

 

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