Aktuelle Nachrichten – Deutschland
18.03.2012
Foto: AP Photo/Jens Meyer
Berlin – Der neu gewählte Bundespräsident Joachim Gauck hat die Bürger in Deutschland zur Übernahme von Verantwortung aufgerufen. In seiner ersten Ansprache nach der Wahl zum Staatsoberhaupt gab der 72-Jährige als Ziel aus, die Kluft zwischen Politik und Bürgern verringern zu wollen.
Gauck war mit 991 Stimmen von 1.228 gültigen Stimmen im ersten Wahlgang gewählt worden. Der Theologe nahm die Wahl an. Mit den Worten "Was für ein schöner Sonntag" eröffnete Gauck seine kurze Ansprache.
Er wolle in seinem Amt "unbedingt mitwirken", damit sich Regierende und Bevölkerung wieder einander annäherten, sagte Gauck. Der 72-Jährige erinnerte daran, dass vor exakt 22 Jahren die Ostdeutschen erstmals in freien Wahlen über das Parlament entscheiden konnten. Nach 56 Jahren Herrschaft und Diktatur konnten die Ostdeutschen endlich wieder "Bürger" sein. Nie werde er diese Wahl vergessen. Er habe sich damals gesagt: "Ich werde niemals eine Wahl versäumen".
Er habe damals aber auch gespürt, dass aus dem Glück der Befreiung die Pflicht, aber auch das Glück der Verantwortung erwachsen müsse, sagte Gauck weiter. Erst dann könne Freiheit in der Tiefe entstehen. Ohne die Praxis der Verantwortung könne er sich Deutschland nicht vorstellen.
Ganz sicher werde er nicht alle Erwartungen an seine Person und Präsidentschaft erfüllen können, räumte der Theologe ein. Er betonte aber: "Aber eins kann ich versprechen: Dass ich mit all meinen Kräften und meinem Herzen Ja sage zu der Verantwortung, die sie mir heute übertragen haben". Er werde sich neu auf Themen, Probleme und Personen einlassen, erklärte Gauck. (dapd)
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