Basel – Sie kann rückwärts fliegen und trägt ihre Pracht schon im Namen: Die Gebänderte Prachtlibelle ist das diesjährige Tier des Jahres von Pro Natura. Mit dieser Wahl will die Naturschutzorganisation auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, natürliche Flusslandschaften zu erhalten und neue zu schaffen.
Die Gebänderte Prachtlibelle zählt zur glücklichen Hälfte der Arten in der Schweiz, die noch nicht gefährdet ist, wie Pro Natura am Dienstag mitteilte. Das Verschwinden nehme aber bereits seinen Anfang. Als farbenprächtige Flugkünstlerin ist das Tier des Jahres 2008 eine besondere Erscheinung an den Ufern der Schweizer Flüsse. Die ausgewachsenen Insekten sind bis zu fünf Zentimeter lang, ihr Körper schimmert blau und ihre Flügel ziert ein dunkelblaues Band, das die Libelle im Flug einem Schmetterling ähneln lässt. Stechen kann sie wie alle Libellen nicht – dies entgegen alter Mythen, die vor allem den grossen Libellenarten Übernamen wie „Satansbolzen“, „Augenstecher“, „Teufelsnadeln“ oder „Ohrenschiesser“ eintrugen. Zu beobachten sind die Gebänderten Prachtlibellen zwischen Ende Mai und Anfang September vorwiegend nördlich der Alpen und im Wallis. Im Tessin lebt zudem eine Unterart, die aber vom Aussterben bedroht ist.
Damit die Hauptart auch künftig überleben kann, braucht sie ruhige Flussabschnitte mit Uferpflanzen wie Röhricht und einzelne Erlenbüsche sowie Wasserpflanzen, die sich mit der Strömung bewegen, wie Pro Natura schreibt. Solche natürlichen Flusslandschaften würden in der Schweiz aber zur Mangelware. Dabei hänge nicht nur das Überleben der Prachtlibelle, sondern von rund der Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten von natürlichen Fliessgewässern ab.
Mit der Wahl der Gebänderten Prachtlibelle unterstreicht die Organisation deshalb ihr Engagement für natürliche Wasserlandschaften, das sie auch mit konkreten Beispielen belegt. So seien beispielsweise der ehemals enge Galdikanal in der Walliser Gemeinde Steg oder die frühere Aue „Steinrieselmatte“ an der Birs im Kanton Basel-Landschaft naturnah umgestaltet worden. Im Rahmen der Pro-Natura-Kampagne „Befreit unsere Flüsse!“ seien rund 50 Fliessgewässer renaturiert und damit neue Lebensräume für so unterschiedliche Arten wie den Biber oder eben die Gebänderte Prachtlibelle geschaffen worden. (AP)
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