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Lebensstil in der Familie Gebildete Kinder leben laut Studie gesünder

DAPD

29.09.2009

Gute Gesundheit ist wichtig für den Verlauf von Schulkarrieren. Einkommen und Bildungsstand der Eltern sind wiederrum entscheidend für die Gesundheit der Kinder. (Stephanie-Hofschläger/www.pixelio.de)
Gute Gesundheit ist wichtig für den Verlauf von Schulkarrieren. Einkommen und Bildungsstand der Eltern sind wiederrum entscheidend für die Gesundheit der Kinder. (Stephanie-Hofschläger/Pixelio)

Köln – Gebildete Kinder und Jugendliche leben wesentlich gesünder. Während unter Hauptschülern mehr als die Hälfte raucht, greift von den Gymnasiasten nur ein gutes Viertel regelmäßig zur Zigarette, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln ergab. Entscheidenden Einfluss auf das Gesundheitsbewusstsein der Kinder haben aber auch das Einkommen und der Bildungsstand der Eltern. Gut verdienende Väter und Mütter mit höherem Schulabschluss achten in der Regel stärker auf einen gesunden Lebensstil in der Familie, erklärte das IW am Dienstag.

Eltern, die ein Nettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro im Monat haben, sind laut Studie dagegen häufiger übergewichtig, rauchen eher und schicken ihren Nachwuchs seltener zu den kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen. Damit beginnt dem IW zufolge ein Teufelskreis: Kranke Kinder werden oftmals später eingeschult, bringen schlechtere schulische Leistungen und besuchen seltener das Gymnasium.

Gymnasiasten fühlen sich gesünder

Jugendliche, die das Gymnasium besuchen, fühlen sich den Angaben zufolge auch subjektiv gesünder als ihre Altersgenossen auf der Haupt- und Realschule, wo sogar Kinder von Nichtrauchern häufiger zur Kippe griffen als Jugendliche, die einen anderen Schultyp besuchen.

Wer Chancengerechtigkeit für Kinder einfordere, dürfe sich also nicht allein auf das Thema Bildung beschränken, forderten die IW-Experten. Die Analyse zeige, dass die Gesundheit mindestens genauso wichtig dafür sei, wie Schulkarrieren verlaufen. Diese seien gerade in einem Know-How-Land wie der Bundesrepublik entscheidend: Jeder vierte Geringqualifizierte hat hier laut IW derzeit keinen Job, bei den Hochqualifizierten ist es lediglich jeder 25.

Familienhebammen gefordert

Gleich ob Kindertagesstätte, Schule oder Verein – nach Ansicht des IW müssen alle Institutionen dazu beitragen, das Gesundheitsverhalten von Familien positiv zu beeinflussen. Darüber hinaus sollten zum Beispiel Familienhebammen und Sozialarbeiter konkrete Hilfestellungen geben und in der Schule zudem Gesundheitslehre oder Kochen auf dem Unterrichtsplan stehen.

Grundlage der IW-Studie ist eine repräsentative Befragung des Robert-Koch-Instituts (RKI) von rund 17.600 Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren sowie deren Eltern aus den Jahren 2003 bis 2006. (AP)

 

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