Kultur – Gedenken an den „Vater der Symphonie“ – George Jahn
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Kultur

Haydn-Jubiläum Gedenken an den „Vater der Symphonie“

George Jahn

01.06.2009

(AP Photo)
(AP Photo)

Wien – Zum 200. Todestag von Joseph Haydn haben am Sonntag renommierte Orchester und Künstler Werke des Komponisten aufgeführt, der als „Vater der Symphonie“ gilt. Auch bei der Entwicklung von Streichquartett, Sonate und Concerto gilt Haydn als stilbildend, für Wolfgang Amadeus Mozart war er ein Mentor. Papst Benedikt XVI. würdigte ihn als „großen Musiker“ und ließ am Sonntag vom Kölner Kammerorchester und Chor die „Harmoniemesse“ im Petersdom aufführen.

Dieses Werk sei eine „erhabene Symphonie an die Herrlichkeit Gottes“, sagte Benedikt, der als versierter Pianist und Musikkenner gilt. In Eisenstadt, wo Haydn einen großen Teil seines Lebens verbrachte, wurde unter Leitung von Dirigent Adam Fischer die „Schöpfungsmesse“ aufgeführt. Fischer und die Solisten Annette Dasch, Christoph Strehl und Thomas Quasthoff wurden mit langem Beifall gefeiert.

Haydn starb am 31. Mai 1809 im Alter von 77 Jahren in Wien als angesehener und wohlhabender Mann. Er war Hofmusiker des Fürsten Esterhazy und wurde bei Reisen nach London am königlichen Hof empfangen.

Geliebt wird Haydn von denen, die ihn kennen. Das ist aber nicht die Mehrheit. „Hier dreht sich alles um Mozart“, sagt Ibrahim Erneten, der am Wiener Graben Konzertkarten an Touristen verkauft. „Die Touristen wissen nichts von Haydn.“ Sein Kollege Armand Djakova schätzt, dass nur zwei oder drei seiner täglich etwa 50 Anfragen nach Konzertkarten auf Haydn entfallen. Die anderen wollen entweder Mozart oder Walzerkönig Johann Strauss hören.

„Wenn Sie jemandem eine Haydn-Büste zeigen, denken alle, das ist Mozart“, sagt Franz Patay, der die Veranstaltungen zum 200. Todestag Haydns mitorganisiert hat. Für das Haydn-Jubiläum wurden nach seinen Angaben etwa 40 Millionen Euro bereitgestellt – ein Viertel des Budgets, das es vor drei Jahren zum 250. Geburtstag von Mozart gab.

Wer von beiden musikalisch bedeutender gewesen sei, könne nicht gesagt werden, erklärt Patay. Das sei so, als ob man entscheiden müsse, ob gelb oder grün die schönere Farbe sei. Allerdings habe Haydn musikalische Formate geschaffen, die auch heute noch relevant seien. Mozart hingegen habe nicht lang genug gelebt, um diese Gelegenheit zu haben. So gilt Haydn als „Vater der Symphonie“. Als Genie aber wird nur Mozart bezeichnet, während alle Welt etwas herablassend von „Papa Haydn“ spricht. (AP)

 

Schlagworte

Webnews einstellen
 
Anzeige
Anzeige