Aktuelle Nachrichten Europa – Gedränge unterm Rettungsschirm – DAPD
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Wer bekommt wie viel Gedränge unterm Rettungsschirm

DAPD

28.06.2012

Fünf Staaten flüchten unter den EU-Rettungsschirm. Foto: Michael Gottschalk/dapd Photo
Fünf Staaten flüchten unter den EU-Rettungsschirm.

Foto: Michael Gottschalk/dapd Photo

Brüssel – Erst Griechenland, danach Irland und Portugal, jetzt auch noch Spanien und Zypern: Inzwischen sind bereits fünf EU-Staaten unter den Euro-Rettungsschirm geflüchtet. Aber wer bekommt eigentlich wie viel aus dem Hilfstopf? Die Nachrichtenagentur dapd bietet nachfolgend einen Überblick:

- GRIECHENLAND: Im April 2010 beschloss der EU-Gipfel das erste Rettungspaket in Höhe von 110 Milliarden Euro für drei Jahre, bestehend aus bilateralen Krediten unter Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Ein Jahr später legten die Staats- und Regierungschefs ein zweites Rettungspaket nach, an dem sich neben dem IWF auch die privaten Gläubiger mit einem Forderungsverzicht beteiligten. Das später ausgehandelte Gesamtvolumen: 172,6 Milliarden Euro (inklusive 24,4 Milliarden aus dem alten Programm) für die kommenden zwei Jahre. 30 Milliarden Euro davon gehen indes nicht an Athen, sondern zur Absicherung an die Banken. Deren Verlust aus dem Schuldenschnitt: 107 Milliarden Euro.

- IRLAND: Dublin beantragte Ende 2010 Beistand der Euro-Partner, Anfang 2011 flossen die ersten Hilfsmilliarden. Insgesamt ist das Rettungspaket 85 Milliarden Euro schwer, wobei 35 Milliarden zur Rekapitalisierung des Bankensektors vorgesehen sind und Dublin 17,5 Milliarden selbst stemmt. Die letzte Tranche von drei Milliarden Euro ist für Ende 2013 eingeplant.

- PORTUGAL: Im Mai 2011 vereinbarten die EU-Finanzminister Hilfszahlungen in Höhe von 78 Milliarden Euro für das Land. Das über drei Jahre bereitgestellte Geld fließt zu zwei Dritteln aus dem Euro-Rettungsfonds und zu einem Drittel aus dem IWF-Budget.

- SPANIEN: Nach langem Zögern und auf Druck seiner europäischen Partner hat am Montag auch die Regierung in Madrid Finanzhilfen für den heimischen Bankensektor beantragt. Den Kapitalbedarf muss ein Team aus Experten aber noch beziffern. Zwei unabhängige Privatfirmen haben ein Volumen von maximal 52 bis 62 Milliarden Euro ermittelt, damit die Kreditinstitute bei einer Zuspitzung der Krise nicht kollabieren. Der IWF geht von mindestens 40 Milliarden Euro aus, bliebe als Geldgeber bei einer reinen Bankenrettung ohne Spardiktat indes außen vor. Grundsätzlich hatten die Euro-Finanzminister Spanien schon vor zwei Wochen bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt.

- ZYPERN: Nur wenige Stunden nach Madrid schlüpfte auch Nikosia unter den Rettungsschirm. Wie im Falle Spaniens ist der genaue Kapitalbedarf noch offen und muss zunächst von einer Expertenmission geklärt werden. Diplomaten zufolge dürfte er sich aber deutlich unter zehn Milliarden Euro bewegen. Ähnlich wie Spanien hatte auch Zypern mit einer "Bankenrettung light" geliebäugelt, um seine eng mit der krisengeschüttelten griechischen Wirtschaft verwobenen Geldhäuser zu rekapitalisieren. Die wird es aber nicht geben: Nikosia muss im Gegenzug für die Hilfe ein umfassendes Anpassungsprogramm erfüllen – samt Einschnitten und Strukturreformen.

Diese fünf Staaten suchen Rettung unter dem EU-Rettungschirm.

(dapd)

 

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