Geheimdienst legt Video zu Bau von syrischer Atomanlage vor – Pamela Hess
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Geheimdienst legt Video zu Bau von syrischer Atomanlage vor

Pamela Hess

24.04.2008

(ohne Unterschrift)
(ohne Unterschrift)

Washington – Nordkorea hat Syrien nach Informationen der US-Geheimdienste beim Bau einer Atomanlage unterstützt. CIA-Direktor Michael Hayden und andere ranghohe Geheimdienstbeamte legten dem Kongress am Donnerstag entsprechende Materialien vor, darunter eine Videoaufnahme der Atomanlage. Geheimdienstkreise bezeichneten die Beweise als „extrem überwältigend“. Die Demokraten kritisierten jedoch die selektive Informationspolitik der Regierung. Das Weiße Haus wollte später eine Erklärung abgeben.

Die Anlage befand sich demnach auf dem Gelände, das im September 2007 von israelischen Kampfflugzeugen bombardiert wurde. Nordkorea hat Berichte über eine Beziehung zu Syrien bei atomaren Unternehmungen in der Vergangenheit zurückgewiesen. Der syrische UN-Botschafter Bashar Dschaafari wies die Anschuldigungen ebenfalls zurück. Es habe nie eine Kooperation der beiden Länder gegeben.

Das Material in dem Video stamme aus verschiedenen Quellen, unter anderem vom israelischen Geheimdienst, erklärte ein Gewährsmann in Washington. Der Atomreaktor war demnach noch nicht fertiggestellt, es sei aber deutlich eine Ähnlichkeit mit der nordkoreanischen Anlage von Yongbyon zu erkennen. Uran habe es dort augenscheinlich nicht gegeben.

„Informationspolitik, die uns in den Irakkrieg geführt hat“

Die Kongressanhörung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Abgeordneten durften nicht über die als hoch vertraulich eingestuften Unterlagen sprechen. Ein führender Nahostpolitiker der Demokraten, Gary Ackerman, kritisierte die Informationspolitik in scharfen Worten. Die Regierung von Präsident George W. Bush gebe die vertraulichen Informationen völlig selektiv weiter. „Das ist die selektive Informationspolitik, die uns in den Irakkrieg geführt hat“, sagte der Vorsitzende des Nahost-Unterausschusses im Kongress.

Als Teil der Veröffentlichung der Informationen waren für Donnerstag oder den Freitag auch Treffen von Geheimdienstbeamten mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien geplant, wie es in Washington hieß. Deren Generaldirektor Mohamed El Baradei sei informiert.

Es gab schon länger Vermutungen, dass bei dem israelischen Angriff in Syrien am 6. September 2007 möglicherweise ein im Bau befindlicher Atomreaktor zerstört wurde. Die Regierung in Damaskus hatte dies dementiert und erklärt, es sei lediglich ein leerstehendes Gebäude der Streitkräfte getroffen worden. Israel hat zu dem Thema eine Nachrichtensperre verhängt.

Nordkorea hat sich bei den Sechs-Parteien-Gesprächen bereiterklärt, sein gesamtes Nuklearprogramm offenzulegen. Dazu gehört auch die Frage, ob Pjöngjang entsprechende Technologie weitergegeben hat. Die nordkoreanische Regierung hat erklärt, sie habe diese Angaben bereits im November gemacht, den USA zufolge steht eine „vollständige und korrekte“ Liste aber noch aus. (AP)

 

 

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