Medizin – Geheimnisvoller Zusammenhang zwischen Psyche und Krebs – DAPD
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Weiteres Rätselraten Geheimnisvoller Zusammenhang zwischen Psyche und Krebs

DAPD

09.01.2009

Frankfurt/Main – Der Zusammenhang zwischen Psyche und Krebs bleibt rätselhaft. Nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internisten gibt es bislang kaum überzeugende Hinweise darauf, dass Symptome wie Angst, Trauer oder Stress den Ausbruch bösartiger Tumorerkrankungen fördern können. Trotz intensiver Untersuchungen lasse sich dies bisher ebenso wenig bestätigen wie das Vorhandensein einer sogenannten Krebspersönlichkeit, sagt der Psychosomatik-Experte Hans-Christian Deter von der Berliner Charité

Viele Krebs-Patienten suchten verzweifelt nach einem Grund für ihre Erkrankung, zum Beispiel unterdrückte Konflikte oder andauernde Überforderung, sagt der Professor: „Ob aber tatsächlich psychische Faktoren Krebs auslösen oder zumindest begünstigen können, dafür gibt es bisher keinen Beleg.“ So konnten laut Deter Studien letztlich keinen gesicherten Zusammenhang zwischen einer Depression und dem Krebsrisiko nachweisen – „auch wenn Einzelfälle immer wieder das Gegenteil zu beweisen scheinen und das Immun- oder Hormonsystem prinzipiell durch psychische Faktoren beeinflussbar ist.“

Weit verbreitet sei auch die Vorstellung, dass manche Menschen durch ihre Persönlichkeit besonders gefährdet seien, sagt Deter, der hier besonders entschieden widerspricht: „Eine Krebspersönlichkeit gibt es nicht.“ Dass bestimmte Charaktereigenschaften wie Ängstlichkeit oder eine geringe Belastbarkeit das Krebsrisiko erhöhten, sei spekulativ und habe keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage. Krebs könne prinzipiell jeden treffen – ganz unabhängig von seinem Charakter

Gleichwohl dürfte die Psyche den Verlauf von Krebserkrankungen beeinflussen, betont der Mediziner: „Krebs-Patienten können den Heilungsprozess durchaus unterstützen, wenn sie lernen, mit ihren Ängsten umzugehen und der Krankheit aktiv begegnen.“ Psychotherapeutisch geschulte Fachärzte, Angehörige oder Selbsthilfegruppen könnten dabei wichtige Hilfestellungen geben.

http://www.internisten-im-netz.de (AP)

 

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