Berlin – Das Auswärtige Amt hat das neu entdeckte Video mit dem im Irak verschleppten Deutschen Sinan Krause und seiner Mutter als „offensichtlich älteren Datums“ gewertet. Außenamtssprecher Martin Jäger erklärte am Dienstag in Berlin, es sei „möglicherweise schon länger auf einer einschlägigen Web-Site eingestellt“ gewesen. Der Krisenstab bemühe sich weiter mit allem Nachdruck um die Freilassung des Anfang Februar Entführten.
Das Video, das am Montag erstmals aufgefallen war, zeigte Sinan Krause beim Teetrinken mit seiner Mutter Hannelore, die im Juli aus der Geiselhaft freigelassen wurde. Eine Stimme sagte, sie sei freigekommen, weil sie zum Islam übergetreten sei. Danach forderte die Stimme, Deutschland müsse seine Truppen innerhalb von zehn Tagen aus Afghanistan abziehen oder „wir werden ihn schlachten wie ein Schaf“.
Das Video erschien auf einer Website, die in der Vergangenheit schon mehrfach von Islamisten genutzt worden war. Ultimaten von Entführern hatte die Bundesrepublik in der Vergangenheit immer mit der Begründung zurückgewiesen, sie lasse sich nicht erpressen. Bereits im März und April hatten die Entführer der Krauses ähnliche Ultimaten gestellt. Mutter und Sohn waren am 6. Februar im Irak entführt worden. (AP)
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